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die Neger verhandelt; aufserdem Tücher, Woll- und Leinwaren,
Kleider, billige Schmuckgegenstände, grofse Mengen west
indischer Spirituosen und Zucker in schlechter Qualität. Alle
entsprechenden Gewerbe hatten somit ein unmittelbares Inter
esse an dem Fortbestehen des Negerhandels.
Im fünften Kapitel wird jedoch nachzuweisen versucht
werden, dafs seit 1783 dem afrikanischen Markt bei weitem
nicht mehr die frühere Bedeutung zukam und dafs Englands
kommerzielles Interesse durch die Abolition keineswegs emp
findlich berührt werden konnte. Der Exportwert der für
Afrika bestimmten Güter betrug damals in Liverpool und
Bristol nur Vso von dem ihrer sonstigen Ausfuhr (Wilberforce
18. IV. 1791, H. o. G); Mr. Smith (19. IV. 1791) meinte,
nur der Schiefspulverhandel könnte durch die Abolition be
einträchtigt werden. Mit Clarkson (Impolicy II, S. 120) zu
sprechen, hätte die Abolition in dem Wirtschaftsleben Man
chesters keine gröfsere Störung hervorgerufen „als die Er
findung einer neuen Knopfform“. Birmingham fabrizierte nur
Schufswaffen für die Neger, die anderen Plätze nur Ketten
und Folterinstrumente. Der Report 1789 (IV, Tab. 4) aller
dings gab zwar an, dafs in Birmingham sich 4—5000 Personen
von der Herstellung solcher Feuerwaffen nährten. Indessen
war gar nicht gesagt, dafs dieser Export mit der Abolition
aufhören mufste. Die Neger hätten sich — behauptete man —
an die englischen Fabrikate so sehr gewöhnt, dafs sie auch
in Landesprodukten dafür gezahlt hätten, wenn die Engländer
keine Sklaven mehr annähmen.
Die Hauptbedeutung des Sklavenhandels lag natürlich in
Westindien. In dieser Beziehung galt wörtlich das, was
S. V. Waltershausen (S. 100) sagt: Er hätte England kolossale
Reichtümer eingebracht; alle produzierenden Klassen Englands
wären durch ihn berührt worden, da er eine durchaus natio
nale Angelegenheit gewesen sei. Wer seine Wichtigkeit im
vollen Umfange erfassen will, halte sich das Wesen der mer
kantil istischcn Kolonialpolitik scharf vor Augen. Die Kolonien
waren blofse Ausbeutungsobjekte für die Kapitalisten des
Mutterlandes. Wie erzielt man die höchsten augenblicklichen
Reinerträge von Grund und Boden? Das war für sie die
wichtigste Frage, die mit brutaler Rücksichtslosigkeit gelöst
wurde. Ohne die Arbeit Tausender von Sklaven hätten die
reichen Bodenschätze Westindiens keinen Pfennig abgeworfen,
Ihr Wohlstand, ihre ganze Bedeutung beruhte vollständig auf
der Sklaverei.
Diesen Zustand zu erhalten, den vorhandenen Sklaven
bestand zu mehren und die überarbeiteten, absterbenden Ele
mente durch frische Importe zu ersetzen, war der Zweck des
Sklavenhandels. Die Sklavenarbeit war durchaus der wich
tigste Produktionsfaktor in der westindischen Plantagenwirt-