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noch offen (Report, VI, „France“). Die Geldopfer, welche
die französische Regierung zugunsten eines eigenen Sklaven
handels brachte, beliefen sich von 1785—1788 auf durchschnitt
lich jährlich 2340000 livres (Arnould I, S. 303). Auch nach
Neckers Rede an die versammelten Stände im Februar 1789
hatte der König allein auf den Sklavenhandel 2,4 Millionen
verwandt.
So häufig diese Prohibítivgesetze von Schleichhändlern
umgangen worden sind, so hat doch der britische Sklaven
handel durch die Bevorzugung französischer Schiffe ungeheure
Einbufsen erlitten. Die Klagen hierüber kommen im ersten
Zeugnis der Company of Merchants trading to Afrika (Report
1789, I, Febr. 1788) unverhohlen zum Ausdruck: „The trade
. . . was in a very flourishing state before .... the late war; the
peace has it again revived .... But the French, by un
common exertions to encourage and improve this trade from
their own country in granting very large bounties . . . have
created such a powerful competition in Africa with the British
merchants as he is not well able to resist, insomuch that the
trade at present is rather in a languid state . . . ., a
practice which must be attended with very serious
consequences to the commerce and navel interests
of this country.“ In bezug auf den französischen Sklaven
handel fährt das Zeugnis dann fort: „Our dealings with the
French . . . who have like weise bought great numbers from
us, have not been so beneficial, either in point of policy or
of profit, because their contracts are generally for delivery
upon the coast of Africa, that their ships may obtain the French
bounties by which means they not only deprive us of the
freight, but from their local knowledge and superior encourage
ment, must in a little time become master of the trade!“
Ohne Frage wäre es Frankreich binnen kurzem gelungen,
sich vom englischen Sklavenhandel völlig zu befreien, wenn
nicht der Revolutionskrieg von 1793 dazwischen gekommen
wäre. Der Report von 1789. VI stellte die wichtige Tatsache
fest, dafs englische Sklavenhändler von Ruf durch französische
Agenten aufgefordert wurden, nach Rouen überzusiedeln, um
von dort aus den französischen Handel zu leiten. Einige
Händler waren bereits durch hohe Belohnungen dafür ge
wonnen (siehe das soeben erwähnte Zeugnis sowie dasjenige
von Mr. Taylor, Rep. 89, VI). In einer Denkschrift vom
29. Sept. 1786 Report 1789 (VI, „France“) beklagt sich die
Company of merchants usw. über die französischen Anmafsungen
(„encroachments“) an der Küste bei Benin, Wydah, Lago und
Bonny, durch die der englische Handel beeinträchtigt würde.
Über seine zukünftigen Aussichten urteilt sie ziemlich trübe. —
Genau die gleiche Gefahr drohte dem britischen Handel
von den Ländern der spanischen Krone (Rep 89, VI, „Spanien“,
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