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von 40 Schiffen auf 15 im Jahre 1789 zurückgegangen war.
Die holländischen Kolonien brauchten jährlich etwa 7000 frische
Neger, von denen das Mutterland nur 4000 zu liefern im
stande war. Den fehlenden Rest — 3000 Stück — impor
tierten englische Händler heimlich (Brougham I, 8. 533). Ein
Notgesuch der Pflanzer aus Holländisch-Guyana an die Amster
damer Regierung, britische Importe zu gestatten, wurde kurz
weg abgeschlagen.
Was England sonst noch an Sklaven für fremde Kolonien
lieferte, ging über die dänisch-westindischen Freihäfen St. Thomas,
St. Croix und St. John. Letztere boten bis zum Ausbruch
des Krieges im Jahre 1793 einen Absatzmarkt für schätzungs
weise 6—8000 englische Sklaven, die von dort wiedeP in den
Schiffen aller möglichen Nationen in die Länder Mittel- und
Südamerikas weitergeführt wurden. Dieser Handel war für
Grofsbritannien recht günstig; doch seine Stunde hatte ge
schlagen, als 1792 eine königl. dänische Verordnung seine
Dauer auf 10 Jahre einschränkte und ihn vom 1. Januar 1803
ab verbot. Den abolitionistischen Neigungen in England wurde
dadurch ein neuer Anstofs gegeben. Wir kommen auf diesen
Punkt in einem späteren Kapitel zurück.
Sechster Teil.
Seine Schädlichkeit für die britische Marine.
Nicht nur unrentabel, sondern obendrein verheerend für
die britische Marine ist der Sklavenhandel gewesen. „The
slave trade is not the nursery but the grave of the British
marine!“ (Clarkson, Impol., ch. V.).
Dies Argument ist von den Abolitionisten mit gutem Er
folge gegen den Handel ins Feld geführt worden. Pitt, Fox
und Lord Grenville sollen durch Clarksons unwiderlegliche
Beweise für diese Tatsache aus Zweiflern zu Anhängern der
Abolition bekehrt worden sein (Clarkson, History I, S. 474).
J. Ramsay scheint einer der ersten gewesen zu sein, die sich
dieses Argumentes bedienten. „Jeder weifs,“ schrieb er bereits
1784, „dafs der Sklavenhandel für unsere Seeleute vernichtend
ist, zur Freude der Kapitäne, die durch die starken Verluste
an Mannschaften auf der middle passage an Löhnen sparen.“
Zum Sklavenfang an der Küste, den die Matrosen häufig selbst
besorgten, gehörten nämlich mehr Leute als nachher zur Über
fahrt nach Westindien. Darum behandelten die Kapitäne ihre
Mannschaften unterwegs so barbarisch, um alle überflüssigen
Matrosen zur Desertion zu treiben und möglichst wenig Lohn
zu zahlen. Clarksons Enthüllungen über die furchtbaren Leiden
der englischen Matrosen, die nach Afrika fuhren, machten
grofses Aufsehen. Seine Informationsreisen nach Liverpool,