Kyrene, Karthago.
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man das Perserreich neben sich, nur der wenig erstrebenswerte
Nordosten stand offen. Die nächste Kolonisationsperiode fällt daher
mit der Zeit des hellenistischen Imperialismus zusammen, der die
Macht und auch die Energie besaß, nach Osten einen Vorstoß zu
wagen; als es soweit gekommen war, daß man auch an eine weitere
Expansion gegen Westen denken konnte, erschien bereits die
neue Weltmacht: Rom.
Die koloniale Expansion der Griechen zwang die phönikischen
Kolonien unter der Führung Karthagos zu einem engeren Zusammenschluß,
da ihnen vom Mutterlande aus, das durch die asiatischen
Verhältnisse genügend in Anspruch genommen war, nicht
Hilfe geleistet werden konnte. Die Gefahr bestand, daß die Griechen
Spanien ganz okkupierten und die Phöniker nicht nur politisch,
sondern auch wirtschaftlich aus dem ganzen Mittelmeer verdrängen
könnten. Wo die Phöniker vor den Griechen da waren
und von ihnen verdrängt wurden, wo sie sich etwa gleichzeitiz mit
ihnen ansiedelten, läßt sich im westlichen Teile des Mittelmeeres
ebensowenig wie im östlichen mit Sicherheit feststellen. Im 6. Jahrhundert
standen im Westen einander gegenüber: die Karthager,
die Etrusker, die Griechen (aus Massalia, Süditalien und
Sizilien) und die noch unbedeutenden nationalen Verbände
Italiens. Die Etrusker, welche als Seemacht zunächst mit den
Karthagern zusammengestoßen zu sein scheinen, dürften sich mit
diesen bald dahin verständigt haben, daß die Karthager sich mit
Sizilien und Sardinien begnügten, während sie selbst Korsika besiedelten,
jedenfalls sehen wir die beiden Mächte gegen die Griechen
vereint vorgehen, als die kühnen Phokäer neuerlich eine Ansiedlung
innerhalb des Machtbereiches der beiden Staaten versuchten.
Als in der Mitte des 6. Jahrhunderts Phokäa von den Persern
erobert wurde (S. 17), siedelte ein Teil der Bewohner nach
Massalia über, ein anderer nach Korsika. Diesen neuen Konkurrenten
wollten die vereinigten Mächte nicht dulden. Es kam zu
einer gewaltigen Seeschlacht, in der die Phokäer mit solchem Verluste
Sieger blieben, daß sie es vorzogen, sich in Unteritalien
niederzulassen (Herodot 1,165—167). Diese Schlacht war nur eine
Episode in den Kämpfen zwischen Karthago und den Griechen um
die Handelssuprematie in Spanien und in den Meeren um Sardinien.
Mit den Massalioten kam es ebenfalls zu Kämpfen, die
damit endigten, daß diesen alle Handelsstationen und Kolonien
nördlich von Hemeroscopium an der Ostküste von Spanien blieben