Full text : Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft

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Löhne  entweder  gestiegen,  oder,  wenn  auch  gefallen,  doch  weniger  als
die  Weizenpreise.
Was  die  Frist-,  Jahres-  und  Tagelöhne  bei  Verköstigung  anbetrifft,
so  ist  hier  das  Sinken  resp.  Steigen  der  Weizenpreise  von  viel  geringerer
Bedeutung.  Hier  kommen  bei  Bestimmung  des  Reallohnes  vor  allem  die
Wohnungs-  und  Nahrungszustände  in  Betracht.
Vergleicht  man  das  Steigen  resp.  Sinken  der  Fristlöhne  mit  denen
der  Rückstände,  so  sieht  man,  dass  die  Lebenshaltung  sich  am  meisten
im  Dongebiet  verbessert  hat,  wo  die  Löhne  gestiegen  und  die  Rückstände
bedeutend  gefallen  sind;  etwas  weniger  günstig  steht  es  damit  im  Gouv.
Ekaterinoslaw,  wo  die  Rückstände  tiefer  als  die  Fristlöhne  gefallen  sind.
Dagegen  haben  in  allen  übrigen  Gouvernements  die  gestiegenen  Fristlöhne ­
  keine  Besserung  der  wirtschaftlichen  Lage  bewirkt,  da  die  Rückstände ­
  noch  mehr  gestiegen  sind.
Genau  dasselbe  gilt  auch  von  den  Jahreslöhnen.  Nur  stehen  bezüglich ­
  dieser  die  Lohnverhältnisse  in  Taurien  am  ungünstigsten,  da  die
Jahreslöhne  bedeutend  gefallen,  dagegen  die  Rückstände  bedeutend  gestiegen ­
  sind.
Auch  bei  den  Tagelöhnen  bei  Verköstigung  ist  keine  allgemeine
Besserung  des  Standard  of  life  der  Lohnarbeiter  zu  verzeichnen.  Am
günstigsten  stehen  die  Reallöhne  im  Dongebiet.  Die  Rückstände  sind
bedeutend  gefallen,  die  Tagelöhne  der  Frau  gestiegen,  des  Mannes  in
den  zwei  ersten  Arbeitsperioden  bedeutend  gestiegen,  zur  Zeit  der  Getreideernte ­
  zwar  etwas  gefallen,  doch  verhältnismässig  weniger,  als  die
Rückstände.  Auch  im  Gouv.  Ekaterinoslaw  stehen  die  Lohnverhältnisse
günstig,  da  auch  hier  die  Rückstände  bedeutend  gefallen  sind,  ln  Bessarabien
  und  Taurien  haben  sich  die  Lohnverhältnisse  erheblich  verschlechtert, ­
  da  die  Tagelöhne  zur  Zeit  der  Heu-  und  der  Getreideernte
beträchtlich  gefallen,  dagegen  die  Rückstände  noch  bedeutender  gestiegen ­
  sind.
Es  ergibt  sich  aus  der  vorangehenden  Erörterung,  dass  die  Lohnverhältnisse ­
  —  wenigstens,  was  die  Tagelöhne  betrifft  —-  in  den  verschiedenen ­
  Feldarbeitsperioden  sich  verschiedenartig  geändert  haben.
Nun  fragt  es  sich,  wie  haben  sich  diese  Lohnverhältnisse  geändert,  wenn
man  sich  vorstellt,  dass  derselbe  Tagelöhner  für  alle  drei  Arbeitsperioden
sich  als  Lohnarbeiter  verdingt?  Die  Frage  ist  leicht  zu  beantworten.
Wie  aus  der  Tabelle  LXXX111  zu  sehen  ist,  sind  die  Reallöhne  für  einen
solchen  Tagelöhner  im  Gouv.  Ekaterinoslaw  und  im  Dongebiet  viel
günstiger  geworden.
            
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