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Odessa, Simferopol, Sewastopol, Rostow, Mariapol u. dgl. zusammensetzt.
Sie verdingen sich öfters auch nur für Kost, um nur im Winter
irgendwo und irgendwie unterzukommen. , Der Gutsherr mietet für sie
eine Herberge im Dorf, und dafür stehen ihm den ganzen Winter über
und zu Anfang des Frühjahrs freie Arbeitskräfte zur Verfügung. Da die
Arbeiter meistens eine Winterkleidung nicht besitzen, können sie nicht
alle Winterarbeiten verrichten.
Auch durch das Herkommen werden Arbeitslöhne im südrussischen
Ackerbau bestimmt. Am meisten wirkt die Tradition auf die Höhe des
Lohnes beim Natural- oder Akkordlohn. Aber es kommt noch immer in
einigen Gegenden, die von den grösseren Arbeitsmärkten bedeutend ent
fernt liegen, vor, dass auch die Geldlöhne durch Ueberlieferung und Her
kommen bestimmt werden. Am meisten gilt dies fiir die einheimischen
Lohnarbeiter. Aber die von den Arbeitermärkten entfernt liegenden
Gegenden werden immer seltener.
Es sind die Vorgänge auf den Arbeitsmärkten, die die
wesentlichen Bestimmungsgründe der Arbeitslöhne in der neu
russischen Landwirtschaft bilden. Bei der Betrachtung der Schwankungen
der Tagelöhne im Zusammenhang mit den Ernteerscheinungen haben wir
schon auf die Bedeutung der Arbeitsmärkte hingewiesen. Wegen der
besonderen, ganz eigentümlichen Charakterzüge, die die Arbeitsmärkte
in Südrussland aufweisen, wollen wir diese etwas eingehender schildern.
Die Zuwanderung der Arbeitermassen nach den neurussischen
Gouvernements geht völlig ungeregelt und chaotisch vor sich. Alle
offiziellen Berichte, die ganze Literatur über die Wanderarbeiter ist voll
von Klagen über diesen ungeordneten Charakter der Zuwanderung.
Noch im Jahre 1876 berichtete die Landschaft vom Gouv. Ekaterinoslaw:
«Mit seltenen Ausnahmen wandern in der Regel die Arbeiter aus ver
schiedenen Gegenden Russlands nach den südrussischen Gouvernements,
ohne irgendwelche Erkundigungen bei den Arbeitgebern eingezogen zu
haben, ohne sich um die Berichte über den Saatenstand zu kümmern,
sondern ausschliesslich einem günstigen Zufall vertrauend, ln den Jahren
einer grossen Zuwanderung übertrifft das Angebot an Arbeitskräften die
Nachfrage nach diesen, und der Arbeitslohn fällt so stark, dass die
Meisten als Bettler nach Hause zurückkehren. Durch eine solche Er
fahrung gewarnt, bleiben die Arbeiter in den folgenden Jahren zu Hause,
oder wandern nur in geringer Zahl fort; nun kommt es aber sehr oft
vor, dass gerade in diesen Jahren der Erntezustand günstig ist, ein
Arbeitermangel eintritt und die Löhne enorm in die Höhe schnellen.»
Was die Setnstwo von Ekaterinoslaw im Jahre 1876 berichtete, musste