Adolf Bleichert & Co., Leipzig.
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reiche Werkbücherei eingerichtet, die zur
zeit etwa 2200 Bände technischen Inhalts
umfaßt.
Die unter den Beamten und Arbeitern
der Fabrik gegründeten Vereine, nämlich der
Werkverein und der Gesangverein, werden in
großem Umfange von der Firma unterstützt
und weisen infolgedessen ein erfreuliches
Wachstum auf. Der Werkverein umfaßt zur
zeit über ein Drittel der Arbeiterschaft und
bildet den Sammelpunkt für alle nicht sozial
demokratischen Organisationen angehören
den Arbeiter. Seine Basis ist in der Haupt
sache eine wirtschaftliche. Er hat eine
SPARKASSE eingerichtet, deren Kapital Oberingenieurzimmer im König Friedrich-August-Bau.
von der Firma mit 5 % verzinst wird. Er
gewährt seinen Mitgliedern Jubiläumsprämien und Weihnachtsprämien. Zur Förderung
des Sparsinns werden außerdem Sparprämien gezahlt. Der Werkverein hat weiter eine
Einkaufskommission gebildet, der der Einkauf von Lebens- und Genußmitteln aller Art
obliegt. Der Umsatz dieser Kommission belief sich im Jahre 1912 auf über 20 000 M.
Die Räumlichkeiten für diese Organisation stellt die Firma frei zur Verfügung, ebenso werden
dem Werkverein die der Firma gehörigen Schrebergärten zur Verpachtung an seine Mit
glieder überlassen. Eine wichtige Aufgabe sieht der Werkverein aber auch in der Fort
bildung seiner Mitglieder. Zu dem Zwecke hat er eine
BIBLIOTHEK belehrenden und unterhaltenden Inhaltes geschaffen, die zurzeit bereits
1225 Bände umfaßt; er veranstaltet weiter
VORTRAGSABENDE UND BELEHRENDE AUSFLÜGE. Nicht zuletzt bildet die
Pflege des geselligen Verkehrs ein wesentliches Moment für das schnelle Aufblühen und
ständige Wachstum des Vereins. Die Firma hat ihm stets ihr warmes Interesse gewidmet
und ihn wirtschaftlich unterstützt. So betrugen die Leistungen derselben im Jahre 1912
beispielsweise 5500 M.
Nur die Pflege des Gesanges und den geselligen Verkehr hat sich der Bleichertsche
Gesangverein, dem Arbeiter und Beamte zu etwa gleichen Teilen angehören, zum Ziel
gesetzt. Auch dieser Verein hat unter der Leitung eines tüchtigen Dirigenten eine ge
deihliche Entwicklung genommen, so daß seine Mitgliederzahl heute 400 beträgt. Da sich
der Verein mit in erster Linie die Pflege des Gemeinsinnes unter der Beamten- und Arbeiter
schaft zum Ziel gesetzt hat, findet auch er
eine wohlwollende Förderung durch die Firma,
deren Aufwendungen für seine Bestrebungen
im Jahre 1912 beispielsweise 2500 M. betrugen.
Von den besonderen Stiftungen der Firma für
andere Zwecke sei nur eine hier angeführt,
die im Betrage von 5000 M. der Handelshoch
schule in Leipzig zukam.
In sanitärer Hinsicht ist in der Fabrik in
besterWeise für die Arbeiter gesorgt. Ein großer
Umkleideraum ist zu diesem Zwecke geschaf
fen worden, in dem jeder Arbeiter einen ver
schließbaren eisernen Schrank besitzt. Zwi
schen den Schränken sind dieWaschbecken an
geordnet, in denen warmes, fließendes Wasser
zurVerfügungsteht.AußerdemsindeineAnzahl
*4*
Konstruktionssaal.