fullscreen : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Einleitung:  Entwickelung  des  Verkehrswesens.

alle  Hindernisse  zu  überwinden.  Auf  der  uralten  Handelsstraße  von  der  Meeresküste
nach  der  heiligen  Stadt  Damaskus,  diesem  bereits  in  dem  hohen  Altertum  berühmten
Stapelplatz  der  kostbarsten  und  kunstvollsten  orientalischen  Waren,  vor  dessen  Thoren  sich
die  Kämpfe  der  Kreuzfahrer  abspielten  und  in  dessen  Mauern  sich  alljährlich  die  heilige
Karawane  versammelt,  die  den  Teppich  des  Sultans  empfängt  und  mit  ihm  hinaus  durch
die  Wüste  nach  Mekka,  zum  Grabe  des  Propheten  zieht,  sehen  wir  heute  die  beiden
Extreme  des  Warentransports,  die  Karawanenbeförderung  und  die  Fortschaffung  der
Frachtzüge  mit  Hilfe  des  Dampfrosses,  unmittelbar  nebeneinander  in  Thätigkeit,  in  der
That  ein  wunderbares  Bild.  Da  die  Karawanenwege  auf  weite  Strecken  durch  uuangebaute,
  zum  Teil  überhaupt  nicht  anbaufähige  Landstriche  führen,  so  war  eine  bestimmte ­
  Route  geboten,  konnte  doch  nur  auf  diesen  durch  Brunnen  für  das  absolut  erforderliche ­
  Wasser  Sorge  getragen  werden.  Die  große  Bedeutung  und  Wichtigkeit  dieser
Brunnen  für  die  Erhaltung  des  Lebens  der  Menschen  und  Tiere  erklärt  die  hervorragende ­
  Rolle,  welche  diese  Anlagen  im  Morgenlande  spielen.
Am  nächsten  an  Bedeutung  gleich  kam  dem  Karawanenhandel  der  Schifftransport.
Der  letztere  war  jedoch  zunächst  ganz  und  gar  an  die  natürlichen  Voraussetzungen,
nämlich  an  das  Vorhandensein  schiffbarer  Flüsse,  Seen  oder  des  Meeres  gebunden.
Künstliche  Wasserstraßen  wurden  erst  im  Laufe  einer  weit  vorgeschrittenen  Kultur  geschaffen. ­
  In  den  Wasserläufen  hat  die  Natur,  soweit  sie  für  Verkehrszwecke  benutzbar
sind,  den  Menschen  ein  außerordentlich  bequemes  und  vorteilhaftes  Verkehrsmittel  gegeben.
Frühzeitig  haben  die  Menschen  es  verstanden,  dieses  Mittel  ihren  Zwecken  dienstbar  zu
machen,  und  zwar  geschah  dieses  unabhängig  voneinander  an  verschiedenen  Stellen  der
Erde.  Vor  Eröffnung  der  großen  Seewege  suchten  die  Haupthandelsstraßen  stets  die
Flußthäler  auf,  und  die  größeren  Ansiedelungen  der  Menschen  standen  in  der  Regel  in
unmittelbarem  Zusammenhang  mit  der  Flußschiffahrt,  beziehungsweise  mit  der  Flößerei.
Auf  den  Flüssen  wurden  und  werden  die  Produkte  des  ackerbautreibenden  Binnenlandes
oder  die  Erzeugnisse  der  Industrie  und  der  Gewerbe  dem  Meere  zugeführt,  um  auf  diesem
die  Reise  in  fremde  Erdteile  anzutreten,  und  umgekehrt  gehen  die  mit  den  Seeschiffen  in
den  Hafenstädten  angelangten  Waren  zu  einem  großen  Teil  auf  den  Strömen  aufwärts
in  das  Binnenland.  Seitdem  die  Eisenbahnen  existieren,  hat  sich  zwischen  diesen  und  der
Schiffahrt  ein  heißer  Kampf  entsponnen,  den  die  frühere  Zeit  nicht  kannte,  wo  der  Lastwagen ­
  hinsichtlich  seiner  Leistungsfähigkeit  weit  hinter  dem  Schiffsfahrzeug  zurückstand.
Da  die  antiken  Schiffe  im  allgemeinen  eine  bescheidene  Größe  besaßen,  so  waren  noch
Flußläufe  von  sehr  geringen  Abmessungen  benutzbar  und  zwar  selbst  für  Seeschiffe.  Die
Kleinheit  der  Schiffe  gestattete  auch  die  ersten  künstlichen  Wasserwege,  die  Kanäle,  welche
zunächst  jedenfalls  zum  Zwecke  der  Landbewässerung  geschaffen  sein  dürften,  in  sehr  bescheidenen ­
  Abmessungen  herzustellen.
Als  Transportmittel  diente  zunächst  das  Floß,  daun  der  Kahn  und  endlich  das
Schiff.  Die  Erfindung  des  Schiffs  darf  gewiß  nicht  einem  Volke  zugeschrieben,  vielmehr ­
  muß  angenommen  werden,  daß  diese  Erfindung  unabhängig  in  verschiedenen  Teilen
der  Erde  gemacht  wurde.  Der  im  Wasser  schwimmende  Baumstamm  kann  als  der  Ausgangspunkt ­
  des  Schiffbaues  betrachtet  werden.  Durch  eine  einfache  Verbindung  mehrerer
Stämme  entstand  das  Floß.  In  China  werden  die  Flöße  von  starkem  Bambus  erbaut
und  dienen  ganzen  Dörfern  als  Unterbau.  Auf  dem  Nil  benutzt  man  seit  undenklichen
Zeiten  sogenannte  Topfflöße,  die  aus  Töpfen  zusammengesetzt  und  mit  leichten  Brettern
belegt  sind.  Auf  dem  Euphrat  und  auf  den  indischen  Strömen  finden  seit  dem  frühesten
Altertum  bis  zum  heutigen  Tage  aufgeblasene  Lederschläuche  bei  der  Herrichtung  der
Flöße  Verwendung,  in  manchen  Gegenden  Afrikas  dienen  Kürbisse  dem  gleichen  Zweck.
Hinsichtlich  der  weiteren  Entwickelung  der  Schiffsfahrzeuge,  von  dem  „Einbaum",  wie  er
sich  in  den  Überresten  der  Pfahldörfer  und  in  dem  moorigen  Untergrund  der  Elb-  und
Weserniederungen  findet,  bis  zu  den  modernen  Riesenschnelldampfern  wird  auf  eine  andere
Stelle  des  Werks  verwiesen.
Die  Schöpfung  künstlicher  Landwege  muß  als  ein  hochbedeutsames  Ereignis  bezeichnet ­
  werden,  über  dessen  genauen  Zeitpunkt  jedoch  undurchdringliches  Dunkel  liegt.  Die
            
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