Full text : Grundzüge der Sozialpolitik

17.  Kapitel.  Die  organisierte  Selbsthilfe.

479

schäften  1439  Distributivgenossenschaften  mit  50,05  Mill.  Pfd.  Sterl.  Umsatz ­
  und  4  Großeinkaufsgenossenschaften  mit  21,72  Mill.  Pfd.  Sterl.  Umsatz. ­
  Die  beiden  größten  Einkaufsgenossenschaften  der  britischen
Konsumvereine  sind  die  englische  (errichtet  1864)  und  die  schottische ­
  (errichtet  1868).  Der  englischen  Großeinkaufsgenossenschaft  gehörten ­
  Ende  1902:  1106  Genossenschaften  mit  1,09  Mill.  Mitgliedern  an.
Die  Großeinkaufsgenossenschaft  hatte  3,5  Mill.  Pfd.  Sterl.  Vermögen,  ihr
Umsatz  war  18,4  Mill.  Pfd.  Sterl.  Um  dieselbe  Zeit  hatte  die  schottische
Großeinkaufsgenossenschaft  einen  Bestand  von  284  Genossenschaften
mit  281258  Mitgliedern,  ein  Vermögen  von  2,125  Mill.  Pfd.  Sterl.,  einen
Umsatz  von  6,06  Mill.  Pfd.  Sterl.  Der  Umsatz  hat  gegen  1897  bei  der
englichen  Großeinkaufsgenossenschaft  um  54,3  %,  bei  der  schottischen
um  37,5  %  zugenommen.  Ein  großer  Teil  der  Konsumvereine  und
ebenso  die  Großeinkaufsgenossenschaften  erzeugen  einen  bedeutenden
Teil  ihrer  Waren  durch  eigene  Produktion.  Nach  einer  Zusammenstellung ­
  der  Labour  Gazette  hatten  1901:  2  Großeinkaufsgenossensohaften
  (die  schottische  und  englische)  und  722  Konsumvereine  eigene
Produktion  mit  einem  Lohnaufwand  von  1,5  Mill.  Pfd.  Sterl.  und  einem
Verkauf  eigener  Erzeugnisse  von  9,4  Mill.  Pfd.  Sterl.,  wovon  4,73  Mill.  Pfd.
Sterl.  auf  die  Konsumvereine,  4,68  Mill.  Pfd.  Sterl.  auf  die  beiden
Großeinkaufsgenossenschaften  entfielen.  Von  den  Konsumvereinen  mit
eigener  Produktion  waren  beteiligt  an  der:

Brotherstellung'  532
Schuh-  und  Stiefelherstellung'  397
Schneiderei,  Mäntel-  und  Wäschekonfektion  251
Mode-  und  Putzwarenherstellung  ....  247
Landbau,  Meierei  und  Fischerei  ....  40
Holzbearbeitung  21
Müllerei  15
Textilindustrie  11
Metallindustrie  7

Die  britischen  Konsumvereine  verwenden  einen  ansehnlichen  Teil
ihres  Reingewinns  für  gemeinnützige,  namentlich  für  Bildungszwecke.
Die  Pioniere  von  Rochdale  benutzen  satzungsgemäß  2*/j  "/ 0  ihres  Reingewinns ­
  für  Bildungszwecke.
Auf  dem  letzteren  Wege  sind  die  festländischen  Konsumvereine
bei  weitem  nicht  gefolgt.  Es  herrscht  mehr  das  Streben,  die  Reingewinne ­
  direkt  den  Mitgliedern  zuzuführen.  In  Deutschland  zählte
man  am  31.  März  1891:  984  Konsumvereine.  Die  Zahl  hat  sich  seitdem
ständig  gehoben  bis  auf  1847  am  31.  März  1903.  Dem  „Allgemeinen
Verbände  der  auf  Selbsthilfe  beruhenden  deutschen  Erwerbs-  und  Wirtschaftsgenossenschaften“ ­
  haben  für  1902:  332  Konsumvereine  mit  rund
300  000  Mitgliedern  Bericht  erstattet.  Diese  Vereine  haben  69,3  Mill.  M.
Verkaufserlös,  12,65  Mill.  M.  Betriebskapital  —  und  zwar  5,17  Mill.  M.
Geschäftsanteile  der  Genossen,  2,65  Mill.  M.  Reserven,  4,83  Mill.  M.  ge ­
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.