Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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der  Flötzmächtigkeiten;  damit  sinken  die  Erträge  im  Verhältnis ­
  zum  aufgewendeten  Kapital.
Für  England 1 )  zeigen  folgende  Zahlen  sehr  deutlich  den  Zusammenhang ­
  zwischen  den  Gesamtproduktionskosten  und  den
Flötzmächtigkeiten.  Es  betrugen  nämlich  die  Selbstkosten  beim
Bau  dünner  Flötze  in  den  Bezirken  von  Airdrie  und  Slamanann
unter  Zugrundelegung  eines  Lohnes  von  6  s.  pro  Schicht.

Flötzmächtigkeit


Hauer-  und
Schlepperlöhne ­


Sonstige
Kosten
unter  Tage

Holzkosten ­


Kosten
über  Tage
und  allgemeine ­

Kosten

Lasten
und
Abgaben ­


Gesamtkosten ­

pro  t

35.5-38,1  cm

5  s  2  d

1  s

3  d

10  d

10  d

8  s  1  d

38,1—45,7  »

4  »  4  »

I

3  »

10  »

10  »

7  »  3  »

45>7—6i,o  »

3  »  5  »

I  »

3  »

10  »

10  »

6  »  4  »

61,0—76,2  «•

2  >  9  »

I  »

3  »

10  »

10  »

5*8»

Wenn

es  nun  keine  Möglichkeit

gäbe,  das

Gesetz

des  abnehmenden



Ertrages,

das  sich

bei

der  Kohlen  ge-winnung

geltend  macht,  zu  suspendieren,  so  hätte  der  Steinkohlenbergbau
entweder  erliegen  müssen  oder  aber  bei  bleibender  Nachfrage
hätten  die  Preise  enorm  steigen  müssen,  was  eine  ökonomische
Erschöpfung  der  Kohlenvorräte  bedeutet  hätte.  Dies  ist  jedoch
nicht  der  Fall.  Wohl  sind,  wie  wir  später  sehen  werden,  die
Kohlenpreise  im  Laufe  der  Zeiten  gestiegen;  aber  der  Steinkohlenbergbau ­
  ist  nicht  erlegen,  sondern  hat  sich  zu  grosser
Blüte  entfaltet.
Was  sind  die  Gründe  hierfür  f
Die  Produktionskosten  der  Kohle  setzen  sich  zusammen  aus
den  Gewinnungskosten,  d.  h.  den  Kosten  für  Loslösen  der  Kohle
aus  der  natürlichen  Lagerstätte  bis  zu  ihrem  Eintritt  in  die  Förderwagen. ­
  Dieser  Teil  der  Kohlenproduktion,  also  die  Kohlengewinnung, ­
  ist  in  obenerwähnter  Weise  dem  Gesetze  des  abnehmenden ­
  Ertrages  unterworfen.  Der  Rest  der  Produktionskosten,
den  vor  allem  die  Förderkosten  bilden,  findet  aber  (als  maschineller ­
  Transport)  unter  dem  Gesetze  des  zunehmenden  Ertrages
bei  zunehmender  Kapitalkonzentration  statt  (vgl.  das  I.  Kapitel).
Es  gibt  beim  preussischen  Bergbau  keine  irgendwie  vergleichbare ­
  oder  gar  spezialisierte  Produktionskosten-Statistik,  die  das
eben  Gesagte  zahlenmässig  erkennen  liesse.  Wir  müssen  uns
also  in  dieser  äusserst  wichtigen  Frage  damit  bescheiden,  wiederum
i)  Aus  dem  First  report  of  the  Royal  Commission  of  Coal  Supplies.  cit.  Gl.A.
I903-  1235  f.
            
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