Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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Kapitalkosten  pro  t  so  niedrig  wie  möglich  zu  halten,  darauf
hinaus,  mit  der  modernsten  Technik  ausgerüstet  den  technischen
und  wirtschaftlichen  Betrieb  planmässig  zu  regeln,  damit  sowohl
die  vorhandenen  Anlagen  stetig  und  intensiv  fördern  als  auch
für  die  abgebauten  Betriebe  neue  in  Angriff  genommen  werden
können.  Bei  solcher  Planmässigkeit  werden  sich  Neuanlagen  wie
in  einer  Versicherung  verteilen.  —
Wir  haben  bis  jetzt  gefunden,  dass  man  beim  Bergbau  immer
fortschreitend  das  Anlagekapital  absolut  vergrösserte,  und  dass
beim  Betriebskapital  immer  mehr  das  stehende  dem  auf  Löhne
und  Material  verwendeten  umlaufenden  gegenüber  die  Oberhand ­
  gewann.  Dies  waren  die  Mittel,  das  Gesetz  des  abnehmenden ­
  Ertrages  zu  suspendieren.  Wir  konnten  wohl  ihre
Art,  nur  für  kurze  und  etwas  ferner  liegende  Zeiten  jedoch  ihre
Grösse  vergleichen.  Es  ist  wissenschaftlich  äusserst  beklagenswert, ­
  dass  sich  seit  1894  kein  Effertz  mehr  gefunden  hat.
Es  bleibt  uns  noch  übrig,  kurz  unter  Berücksichtigung  des
bereits  am  Eingänge  dieses  Abschnittes  Gesagten  vergleichend  zu
zeigen,  wie  die  Entwickelung  des  Produktionsprozesses  sich  in
den  Kohlen  preisen  geäussert  hat.
Im  Saargebiete  finden  wir  in  den  Jahren  1862—1870  einen
durchschnittlichen  mittleren  Fettkohlenpreis  von  etwa  8  M.  Er
schnellt  dann  1870  von  7,80  M.  auf  16,84  M.  1873.  Dann  kommt
das  jähe  Fallen  bis  1879  auf  etwa  7,30  M.  Die  Preise  halten
sich  bis  1888  auf  ungefähr  gleicher  Höhe  und  steigen  1889  und
1890  bis  auf  10,90  M.  Sie  fallen  bis  1894  auf  ca.  8,10  M.,  um
von  1894—-1901  auf  12,50  M.  pro  t  zu  steigen.  Bis  1903  fallen  sie 1 ).
An  der  Ruhr  betrug  im  Jahre  1850  2 )  der  Durchschnittspreis
für  alle  Kohlensorten  9  Sgr.  10  Pf.  =  4,09  M.  pro  t.  Es  findet
dann  bis  1858  3 )  ein  allmähliches  Steigen  auf  7,71  M.,  darauf  bis
1863  ein  F'allen  auf  5,50  M.  Durchschnittsjahrespreis  pro  t  Förderkohle ­
  statt.  Im  Jahre  1873  haben  wir  den  Maximalpreis  von
15  M.  pro  t  Förderkohle.  Im  Jahre  1878  beträgt  er  noch  5  M.
Für  die  folgenden  Jahre  zeigt  folgende  Tabelle  einige  spezifizierte
Durchschnittsjahrespreise  in  M.  pro  t:
1)  Vgl.  der  Steinkohlenbergbau  des  Preuss.  Staates  in  der.  Umgebung  von  Saarbrücken ­
  VI.  Teil.  Anlage  2.  Der  oben  angegebene  Preis  bezieht  sich  nur  auf  Fettkohlen, ­
  er  ist  darum  mit  den  weiter  oben  erwähnten  Preisen  nicht  zu  vergleichen.
2)  Entw.  Bd.  X.  Teil  1.  190.
3)  Entw.  X.  I.  230  f.
            
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