Full text : Die Steigerung der Produktivität der deutschen Landwirtschaft im neunzehnten Jahrhundert

13

Eruchtart:

Aussaatmenge
im  ganzen  pro  Morgen

Besäte  Fläche

Erbsen....

40039  Wispel

18  Metzen

854165V 3

Morgen.

Linsen  ....

452  „

12  „

14464

11

Wicken  .  .  .

3943

12  „

126176

11

Hirse  ....

384  „

3  „

49152

11

Bohnen  .  .  .

.  1041  „

2  Scheffel

12492

11

Buchweizen  .  .

.  14800

9  Metzen

631466 2 / 3

11

Kartoffeln  .  .  .

.  133455  „

7  Scheffel

457560

11

Lein  und  Hanf  .

.  18725

20  Metzen

359520

11

Rübsaat  .  .  .

239

172  „

61184

11

Sommerkorn  .  .

1230

16  „

29520

11

Hopfen....

11

11

4621

11

Tabak  ....

n

11

20578

11

Zichorien  .  .  .

51

11

4130

11

Kümmel  .  .  .

11

11

1461

11

2626490  Morgen.

Es  fragt  sich  nun,  wieviel  von  diesen  2626490  Morgen  auf  das
Hauptfeld  (Winter-  und  Sommerfeld)  und  wieviel  auf  das  Brachfeld  zu
rechnen  ist.
Im  Wesen  der  Dreifelderwirtschaft  lag  es,  dass  2 / 3  des  Ackers  alljährlich ­
  bebaut  und  1 / 3  brach  gelassen  wurde.  Man  hielt  sich  aber  nicht
streng  an  diese  Einteilung.  In  sehr  extensiven  Wirtschaften  wurde  vielfach ­
  mehr  als  Vs  brach  gelassen,  während  man  an  andern  Orten  und  zu
andern  Zeiten  auch  das  Brachfeld  teilweise  bebaute.  Zu  Thaers  Zeiten 1 )
ging  das  Bestreben  dahin,  die  Brachhaltung  möglichst  überflüssig  zu  machen,
indem  man  empfahl,  die  sogen.  Brachfrüchte  in  dieselbe  zu  bauen.  Doch
wurde  die  Abschaffung  bezw.  Einschränkung  der  Brache  im  wesentlichen
Mafse  erst  nach  Durchführung  der  Separation,  Abschaffung  der  Weideservitute ­
  etc.  möglich.  Auch  darf  man  sich  durch  die  Bezeichnung  „Brachfrüchte“ ­
  nicht  zu  der  Auffassung  verleiten  lassen,  dass  die  mit  diesem
Namen  belegten  Früchte  nur  in  das  Brachfeld  gebaut  wurden.  Das  Wort
besagt  nur,  dass,  wenn  die  Brache  bebaut  wurde,  man  sie  in  der  Regel
mit  diesen  Früchten  bestellte.  Der  grössere  Teil  dieser  Früchte  kam
damals  aber  noch  in  das  Hauptfeld.  Wir  haben  ein  Beispiel  dafür  an
dem  Breslauer  Kammer-Departement,  das  uns  Krug  S.  99  vorführt.
Rechnen  wir  die  daselbst  angegebenen  Aussaatmengen  auf  das  Berliner
Mafs  um  und  bestimmen  die  damit  besäte  Fläche,  so  erhalten  wir  folgendes ­
  Bild:
Es  kamen
in  das  Sommerfeld:
an  Buchweizen  53804  Scheffel,  9  Metzen  pro  Morgen  =  95652  Morgen,
„  Hülsenfrüchten  115394  „  16  „  „  „  =  115394
211046  Morgen,  9
9  Man  vergl.  z.  B.,  was  Thaer  in  seinen  Grundsätzen  der  rationellen  Landwirtschaft
über  die  Besömmerung  der  Brache  sagt.
            
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