Full text: Ein Arbeitstarifgesetz

Vorwort. 
Die Grundlagen für diese Arbeit waren fertig, als der 
große Krieg ausbrach. Während ich dies schreibe, tobt er 
noch mit voller Gewalt, und das Ende ist nicht abzusehen. 
Ich schließe die Arbeit im Gedanken an den Frieden ab, wie 
ich auch während ihrer Ausführung nie müde ward, an ihn 
zu denken. Denn diese Arbeit soll ein Beitrag für die großen 
Werke des Friedens sein, die unser harren. 
Sie soll das rechtswissenschaftliche Rüstzeug zur Lösung 
des Problems bieten, das in der Frage nach der Schaffung 
eines Arbeitstarifgesetzes beschlossen ist. Das Problem wird 
nach dem Kriege von neuem auftauchen. Denn die Kräfte, die 
es schufen, werden in alter Weise wieder wirksam sein. Diese 
Kräfte werden sogar eine neue Stärkung erhalten. Die Folgen 
des Krieges lassen vielleicht den Gedanken einer Sozialpolitik 
der materiellen Fürsorge durch den Staat außerhalb der Kriegs 
beschädigtenfürsorge nicht so bald aufkommen. Deswegen wird 
diejenige Richtung der Sozialpolitik an Bedeutung zunehmen, 
die nach neuen Formen in den Willensbeziehungen zwischen 
Unternehmertum und Arbeiterschaft sucht. 
Darüber hinaus will das Buch an der Erneuerung der 
deutschen Rechtswissenschaft mitarbeiten. Die Erschütterungen 
des Geisteslebens, die dieser Krieg uns bringt, werden auch das 
Denken der Rechtswissenschaft ergreifen und sie, so hoffe,i wir, zu 
einem neuen Schöpferwillen anspornen. Die Zeit ist gekommen, 
den methodischen Streitigkeiten um die Form des juristischen 
Denkens ein Ende zu machen und durch lebendige Tat einen 
neuen Inhalt dieses Denkens zu begründen. Ich sehe einen 
Weg zu dieser Erneuerung in dem Bruche mit der Allein-
	        
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