Fünfter Teil.
Erstes Kapitel. Genossenschaftswesen.
Tas Genossenschaftswesen hat eine leitende Nolle in dem landwirtschaftlichen
Aufschwang des Kontinents und Irlands gespielt. In
Großbritannien nimmt es noch einen relativ' unbedeutenden Platz ein.
Unsere Landwirte, insbesondere die Small Holders, fangen jedoch an,
die Notwendigkeit des Zusammenschlusses einzusehen und das Landwirtschaftsministerium
und die Development Commission zusammen
mit der Agricultural Organisation Society bemühen sich redlich,
dem Bedürfnis Rechnung zu tragen. Mehr und mehr begreift man
auch bei uns, daß das Genossenschaftswesen in Ankauf, Produktion
und Verkauf das beste Mittel darstellt, um den kleinen Farmern alle
Vorteile der großen kaufmännischen Organisationen zu verschaffen.
I. B. Cahill hat dem Landwirtschaftsminister über das landwirtschaftliche
Kredit- und Genossenschaftswesen in Deutschland berichtet.
Er kommt zu dem Schluffe, daß Kooperation in der Landwirtschaft
heute ebenso eine Weltbewegung darstellt, wie sie ähnlich unter anderen
produzierenden Ständen Bedeutung erlangt hat.
Die Gründe für die Rückständigkeit in der ländlichen Kooperation
in England scheinen dieselben zu sein, mit denen andere Länder früher
auch zu kämpfen hatten, jetzt aber schon fertig sind, nämlich der Konservatismus
des Bauern überhaupt und Eifersucht und Mißtrauen unter
den Genossen. Dazu kommt bei uns noch der Umstand, daß die Small
Holdings, das natürliche Feld der Genossenschaften, noch zu klein an
Zahl sind und zu weit zerstreut liegen.
Trotz allen Schwierigkeiten beginnt das Genossenschaftswesen endlich
auch bei uns Wurzel zu fassen. Die Gesellschaft für landwirtschaftliche
Organisation ist mit Unterstützung des Landwirtschaftsministeriums
erfolgreich gewesen in der Gründung von Genossenschaften
mannigfacher Art und in verschiedenen Teilen des Landes.