Full text : Staatspapierkurs und Versicherungsgesellschaften

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Kapitalanlagen  und  Staatspapierbesitz  der  privaten,
deutschen  Versicherungsgesellschaften  Ende  19!0.

Art  und  Zahl  der
Gesellschaften

Betrag
der  Kapitalanlagen

davon  Staatspapiere

60  Lebensversich.  -  Ges.  .

4  797  446  017.—

67  816701.-  1  Vs  %

9  Unfall-  und  Haftpflicht-Versicherungs-Ges.
  .  .

177186  754.-20328000.-

  11%

55  Feuer-Versich.-Ges..  .

378  253871.-73

  017  389.-  19%

17  Hagel-Versich.-Ges.

15463  326.  -

5  740379.—  37%

29  Vieh-Versich.-Ges.  .  .

3  768  845.-1

  454100.-  38%

9  Glas-Versich.-Ges.  .  .

10  400519.—

675500  -  6%%

Wenn  bei  den  Lebensversicherungsgesellschaften  der
Staatspapierbesitz  am  geringsten  ist,  so  hat  dies  eben  seinen
Grund  in  dem  Charakter  dieses  Versicherungszweiges,  der  sich
von  den  übrigen  Sachversicherungszweigen  in  einer  Reihe  von
Punkten  bedeutsam  unterscheidet.  In  der  Lebensversicherung
kann  mit  einer  viel  größeren  Sicherheit  der  voraussichtliche
Jahresbedarf  abgeschätzt  werden,  als  dies  in  der  Feuerversicherung ­
  und  den  übrigen  Sachversicherungszweigen  der  Fall  ist.
Hieraus  ergibt  sich  notwendigerweise,  daß  die  Liquidität  der
Vermögensanlage  der  Lebensversicherungsgesellschaften  geringer ­
  sein  kann,  lals  idie  der  übrigen  Versicherungsuntemehmungen.
Erklärt  sich  schon  hieraus  die  Tatsache,  daß  gerade  die  Lebensversicherungsgesellschaften ­
  verhältnismäßig  am  wenigsten
Staatspapiere  erworben  haben,  so  erscheint  dies  bei  Berücksichtigung ­
  einer  weiteren  Eigentümlichkeit  als  selbstverständlich. ­
  In  der  Lebensversicherung  bedarf  es  bei  der  Gewinnung
von  Versicherten  ganz  außerordentlicher  Anstrengungen  und
einer  langen  und  energischen  Bearbeitung  des  Publikums.
Zum  Abschluß  einer  Lebensversicherung  entschließen  sich  nur
sehr  wenige  Menschen  von  selbst.  Sie  müssen  für  den  Versicherungsgedanken ­
  erst  durch  monatelange  Arbeit  gewonnen
werden.  Wenn  sie  einen  Lebensversicherungsvertrag  eingehen,
geschieht  dies  auf  Grund  einer  genauen  Kalkulation  der  Kosten,
die  ihnen  hierdurch  auferlegt  werden.  Nur  wenn  dem  Versicherungskandidaten ­
  die  Lebensversicherung  zu  den  denkbar
            
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