Full text : Staatspapierkurs und Versicherungsgesellschaften

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Sparkassengelder  eine  der  wichtigsten  Kreditquellen  für  das
flache  Land  seien  und  daß  das  gesamte  Kreditsystem  zentralistischer ­
  sei,  als  der  Allgemeinheit  gedeihlich  wäre.  Es  habe
daher  seine  Bedenken,  den  Provinzbewohnern  die  spärlichen,
lokalen  Kreditquellen  zu  verschütten,  die  ihnen  verblieben
wären.  Weiter  betont  Kim  mich 1 ),  daß  vermehrter  Staatspapierbesitz, ­
  abgesehen  von  Kursverlusten,  den  Gewinn  der
Sparkassen  erheblich  schmälern  werde.  Ferner  würden  bei
anderweitiger  Verwendung  der  Fonds  der  Sparkassen  die  von
ihnen  bisher  gemachten  Geschäfte  den  Banken,  insbesondere
den  Hypothekenbanken  zufallen.  Die  Konkurrenz  würde  nur
verschoben,  aber  nicht  beseitigt.  Die  aus  der  Betrachtung  des
englischen  und  französischen  Systems  gewonnenen  Resultate
sprächen  durchaus  nicht  für  Annahme  bezw.  Fortsetzung  einer
derartigen,  dem  Staatskredit  gefahrvollen  Politik.  Durch  die
Änlagevorschrift  werde  eine  gewisse  Abhängigkeit  des  Staatskredits ­
  von  der  Fondsbewegung  in  den  Sparkassen  geschaffen,
wie  auch  eine  moralische  Verpflichtung  der  Regierung,  für
möglichst  gleichmäßige  Rentenkurse  zu  sorgen.  Endlich  wies
in  den  Verhandlungen  des  preußischen  Abgeordnetenhauses
am  24.  April  1912  über  die  Sparkassenvorlage  ein  Vertreter
der  konservativen  Partei  nachdrücklich  darauf  hin,  daß  zahlreiche ­
  kleine  Sparkassen  durch  die  Anlagevorschrift  in  ihrer
gemeinnützigen  Wirksamkeit  beeinträchtigt  würden  und  betonte,
daß  die  Sparkassen,  die  Banken  des  kleinen  Mannes,  auf  dem
Lande  und  in  den  kleineren  Städten  den  Hypothekarkredit  in
erheblichem  Maße  gestützt  hätten.  Diese  gesunde  Stütze  des
Lokalkredits  dürfe  nicht  unterbunden  werden.  Aber  auch  aus
Billigkeitsgründen  erscheint  die  Unterstellung  der  Sparkassen
unter  den  Kapitalanlagezwang  höchst  bedenklich.  Durch  ihn
erfahren  die  Zinsraten  der  Sparkassen  eine  mehr  oder  minder
große  Herabsetzung.  Den  Schaden  trägt  die  große  Menge
der  kleinen  Sparer.  Die  wirtschaftlich  meist  besser  dastehenden
Personenkreise,  die  ihre  Ersparnisse  dagegen  Banken  anvertrauten, ­
  sind  in  keiner  Weise  benachteiligt.  Denn  die  bei  diesen
Instituten  gemachten  Spareinlagen  sind  dem  Kapitalanlage->)

  a.  a.  O.  S.  153.

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