Full text : Zur Frage der Naturalteilung

63

zum  Lohnfuhrwerk,  zur  Bestellung  fremder  Felder  verwendet.  Nachstehend ­
  folgt  das  Ergebnis  der  Viehzählung  vom  1.  Dezember  1904,
das  aufgrund  der  bezirksamtlichen  Akten  zusammengestellt  wurde.  Dabei
ist  zu  berücksichtigen,  daß  das  Vieh  der  großen  Gutshöfe,  das,  streng
genommen,  für  unsere  Betrachtung  hätte  ausgeschieden  werden  müssen,
und  das  namentlich  bei  den  Pferden  einen  großen  Prozentsatz  ausmacht,
mit  inbegriffen  ist.  Am  1.  Dezember  1904  waren  im  Bezirk  Königshofen

Pferde

Schweine

Rindvieh

Schafe

Ziegen

856

10556

11389

4202

2025

Davon  hatten  die  28  Naturalteilnngsgemeinden

Pferde

Schweine

Rindvieh

Schafe

Ziegen

776

9530

10400

3932

1863

auf  1  grundbesitzende  Haushaltung  treffen:

Pferde

Schweine

Rindvieh

Schafe

Ziegen

0,28

3,46

3,77

1,43

0,67.

Schlußwort.

Die  Naturalteilung,  wie  sie  heute  im  Grabfeld  geübt  wird,  hat
tiberwiegend  günstige  Wirkungen,  ein  Zeichen,  daß  in  der  Teilung  des
Grundeigentums  das  wirtschaftlich  richtige  Maß  eingehalten  wird.
Die  Besitzverteilnng  gestaltet  sich  unter  dem  Einfluß  der  Naturalteilung ­
  günstig.  Wenn  auch  einerseits  die  bäuerlichen  Besitzgrößen  nicht
gu  bedeutendem  Umfang  anwachsen  können  (33  ha  als  Höchstgrenze),  so
ist  andererseits  die  größere  Anzahl  der  bäuerlichen  Wirtschaften  nicht
so  klein,  daß  sie  als  Zwergtvirtschaften  bezeichnet  werden  können.
Für  die  bestehende  Parzellierung  kann  die  heute  herrschende  Sitte
der  Naturalteilung  nicht  verantwortlich  geniacht  werden.  Die  weitgehende ­
  Parzellierung  geht  im  größten  Teil  des  Grabfeldes  auf  Jahrhunderte
  lange  Übung  der  Naturalteilung  zurück.  Wir  haben  gesehen,
daß  der  gesunde  Sinn  des  Landwirtes  der  Zersplitterung  entgegen  zu
arbeiten  sucht,  der  Bauer  allein  ivird  jedoch  in  dieser  Hinsicht  wenig
erreichen  können.  In  diesem  Bestreben  muß  ihn  die  staatliche  Agrarpolitik ­
  unterstützen.  Hier  ist  die  Anwendung  von  „kleinen  Mitteln",
namentlich  die  Durchführung  einer  Flurbereinigung  am  Platze.  Allein
eine  Bereinigung  in  größerem  Maße  scheitert  an  der  immer  noch  unzu-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.