Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel.

1.  Bestimmung  des  Wassers.  In  den  Melassemischfuttern  kann  der  Gehalt  an
Wasser  wie  üblich  bestimmt  werden.  Von  der  Melasse  selbst  oder  ähnlichen  sirupartigen
  Massen  wägt  man  entweder  3—5  g  in  einer  mit  geglühtem  Seesande  beschickten, ­
  vorher  gewogenen  Schale  ab,  verdünnt,  um  eine  gleichmäßige  Mischung
mit  dem  Sande  zu  bewirken,  mit  entsprechenden  Mengen  Wasser,  oder  man  nimmt
von  einer  wässerigen  Lösung  von  bekanntem  Gehalt  —  die  zur  Zuckerbestimmung
verwendet  werden  soll  —  25  oder  50  ccm,  gibt  diese  in  die  mit  geglühtem  Sande
beschickte,  vorher  gewogene  Platinschale,  trocknet  zuerst  im  Wasserbade  und  darauf
im  Trockenschrank  bei  100--105°  bis  zur  Gewichtsbeständigkeit. 1 )  Auch  kann  man
sich  statt  der  mit  geglühtem  Sande  beschickten  Schalen  der  flachen  Niokelschalen
(wie  bei  Milch)  oder  der  flachen  Platinschalen  (wie  bei  Wein)  bedienen,  wobei  zu
beachten  ist,  daß  die  angewendete  Menge  nur  so  groß  sein  darf,  daß  der  Trockenrückstand
  1—2  g  beträgt.
Für  ganz  genaue  Trockensubstanz-Bestimmungen  empfiehlt  sich  ein  Trocknen
im  Wasser  Stoff  ström  bei  100°.
„Der  Wassergehalt  darf 2 )  bei  Melasse-Kraftfutter  und  ähnlichen
Gemischen  höchstens  20°/ 0 ,  bei  Torfmelasse  höchstens  25°/ 0  betragen.
Ein  Überschuß  über  diese  Gehaltsgrenzen  ist  als  eine  entsprechende
Wertsverminderung  der  Ware  anzusehen.  Auch  ist  bei  Melassefutter-Gemischen
  gegebenenfalls  darauf  hinzuweisen,  daß  ein  mehr  als  20°/ 0
betragender  Wassergehalt  die  Haltbarkeit  des  Futtermittels  um  so
mehr  gefährdet,  je  höher  derselbe  Uber  der  Grenzzahl  von  20°/ 0  liegt.“
2.  Bestimmung  des  Stickstoffs  (vergl.  S.  137).  Man  kann  bei  reiner  Melasse
(also  ohne  Aufsaugungsmittel)  die  zur  Zuokerbestimmung  dienenden  Flüssigkeiten
(10  g  zu  250  ccm)  verwenden,  indem  man  aliquote  Teile  (25  oder  50  ccm)  zunächst  unter
Zusatz  von  einigen  Tropfen  Schwefelsäure  auf  einer  kleinen  Flamme  im  Kjeldahl-Kolben
  bis  auf  einen  kleinen  Eest  (10—15  ccm)  eindunstet,  erkalten  läßt,  dann
allmählich,  um  ein  zu  starkes  Auf  schäumen  der  Masse  zu  verhindern,  mit  20  ccm  der
vorgeschriebenen  Schwefelsäure  versetzt  und  wie  üblich  weiter  verbrennt.  Von
Melassemischfutter  verwendet  man  direkt  abgewogene  1—2  g  Substanz  wie  üblich.
Der  so  in  der  Melasse  oder  dem  Melassemischfutter  gefundene  Stickstoff,  multipliziert
mit  6,25,  darf  aber  nicht  als  Kohprotein  angesehen  werden,  weil  der  größte  Teil  der
Stickstoff-Verbindungen  der  Melasse  aus  Amiden  und  anderen  nicht  proteinartigen  Verbindungen
besteht.  Daher  soll  der  Gesamt-Stickstoff  mal  6,25  in  der  Melasse  als  „Stickstoff-Substanz“
und  in  Melasse-Mischfuttermitteln  als  „Stiokstoffh.  Substanz“,  herstammend  aus  Melasse
und  dem  betreffenden  Futtermittel  bezeichnet  werden.  Außerdem  soll  nach  den  Beschlüssen
des  Verbandes  landw.  Versuchs-Stationen 3 )  i.  D.  fi.  den  Mitgliedern  anheimgegeben  werden,
je  nach  Befinden  für  die  stickstoffhaltigen  Stoffe  in  der  Trockensubstanz  gewöhnlicher
Melassen  2,16  °/ 0  Stickstoff  =  13,5  °/ 0  Nh-Substanz  und  für  die  der  Eestmelasse  0,69  °/ u
Stickstoff  =  4,3  °/ 0  Nh-Substanz  in  Anrechnung  zu  bringen.  Wird  die  Stickstoff-Substanz
der  Melasse  auf  diesem  Wege  ermittelt,  so  ist  dies  in  den  Untersuchungs-Attesten  anzugeben.
3.  Bestimmung  des  Fettes.  25  g  des  Melassemischfutters  werden  3  Stunden
bei  80°  getrocknet,  nach  dem  Erkalten  und  Wägen  auf  der  Gruson-  oder  Malzmühle ­
  gemahlen;  von  dem  Pulver  werden  dann  5  g  auf  einem  Saugfilter  oder  im
Goochschen  Tiegel  mit  etwa  100  ccm  kaltem  Wasser  unter  Auftropfen  vom
J )  Diese  wird  in  zucker-  und  dextrinreichen  Massen  selten  genau  erreicht;  sie  geben
nur  schwer  alles  Wasser  ab;  trocknet  mau  sie  aber  zu  lange,  so  bräunen  sie  sich  und
nehmen  unter  Umständen  infolge  Aufnahme  von  Sauerstoff  sogar  etwas  an  Gewicht  zu.
2 )  Vergl.  Landw.  Versuchs-Stationen  1901,  57,  21  und  1902,  68,  137.
3 )  Ebenda  1901,  55,  10.
            
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