Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

368

Futtermittel.

Fig.  140.  Gewebselemente  des  Olivenkerns.  Nach  J.  Möller.  (Vergr.  160.)
m  Steinzellen  ans  der  mittleren  Schicht  der  Steinschale,  a  Faserzellen,  welche  die  Gefäßbündel  begleiten, ­
  i  innere  Steinzellen,  darunter  das  Endothel  en,  p  Zellen  aus  dem  Fruchtfleisch,  ep  Oberhaut
der  Samenschale  mit  durchschiiumerndem,  braunem  Parenchym,  ea  Außenschicht  des  Endosperms,
E  Gewebe  der  Keimblätter,  e  Embryonalgewebe,  sp  Spiroiden  aus  der  Samenhaut.
Rizinussnnieu,  Ricinus  communis  L.
Die  Samen  des  Rizinus  finden  wegen  ihrer  abführenden  und  die  Verdauungswerkzeuge
  reizenden  Wirkung  als  Futtermittel  keine  Verwendung.
Dieselben  bestehen  aus  24  °/ 0  Schale  und  76  °/ 0  Kern;  letzterer  enthält  45
bis  60°/ o  fettes  Öl,  Eicinin,  und  einen  glykosidähnlichen  Körper,  welcher  ähnlich
dem  Amygdalin  in  Berührung  mit  Wasser  die  Entstehung  eines  widrig  riechenden,
gütigen  Körpers  von  noch  unbekannter  Natur  veranlaßt.
Die  durch  Pressen  bis  auf  10  °/ 0  vom  Öl  befreiten  Samen  enthalten  noch  diejenigen ­
  Stoffe,  welche  die  drastisch  giftige  Wirkung  des  Samens  bedingen;  denn
man  beobachtete,  daß  nach  dem  Verfüttern  von  rizinushaltigen  Kraftfuttermitteln
an  Kühe  sämtliche  Individuen  unter  den  Erscheinungen  der  Appetitlosigkeit,  des
Versagens  der  Milch,  von  Diarrhöe,  vollständiger  Apathie,  gestörtem  Bewußtsein  und
Krämpfen  erkrankten.
Die  Verfütterung  von  Rizinuskuchen  führt  nach  den  bis  jetzt  gemachten
Erfahrungen  zu  den  schlimmsten  Folgen  und  sollte  verboten  werden.  Mitunter
werden  dieselben  im  gepreßten  Zustande  als  Ölkuchen  vorwiegend  aus  Südrußland
angeboten  und  ist  anzunehmen,  daß  sie  entweder  als  solche  oder  mit  anderen  Ölkuchen ­
  vermischt  Verwendung  finden.
Die  Preßkuchen  von  ungeschältem  Eizinussamen  sehen  dunkelschwarz  wie
Nigerkuchen  aus.
Das  Zellgewebe  der  Rizinussamen  zeichnet  sich  durch  die  radial  gestellten
Palissaden  der  Schale  aus  (vergl.  Querschnitt  1),  unter  denen  ein  parenchymatisches,
von  zahlreichen  derben  Spiralgefäßen  durchsetztes  Gewebe  liegt.
Nach  dem  Behandeln  der  Preßrückstände  des  Rizinus  mit  Salpetersäure  und
Kalilauge  fallen  besonders  die  langgestreckten,  stark  verdickten,  im  basalen  Teil
schmalen  Zellen  der  Samenschale  auf.
Dieselben  sind  verhältnismäßig  lose  miteinander  verbunden,  so  daß  sie  in
dem  mikroskopischen  Präparat  zum  Teil  einzeln  oder  in  Bündeln  auftreten.  Bei
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.