Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Die  Untersuchung  der  Sämereien.

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a)  für  kleinere,  den  Kleesamen  ähnlich  gekörnelte  Samengattungen  der  Nohhesehe
„Kleeprobenstecher“  j 1 )
b)  für  größere  Samen  (Getreide,  Lein,  größere  Doldengewächse  usw.)  derNobbesche
Kornprobenstecher;  x )
c)  für  Rübenknäule,  bespelzte  Gräser  usw.  die  Entnahme  zahlreicher  (mindestens  10)
kleiner  Proben  von  verschiedenen  zweckmäßig  gewählten  Stellen  des  auf  eine
saubere  Unterlage  ausgebreiteten,  gut  durchgearbeiteten  Haufens.
Zur  Sicherung  der  Entschädigungsansprüche  sollten  die  vor  Zeugen  entnommenen ­
  Proben  in  trocknen  und  festen  Behältern  (Musterbeuteln,  Büchsen  oder
doppelten  Papierkapseln)  eingesendet  werden;  Rübensamen  (Beta)  und  andere  auf
ihren  Wassergehalt  zu  prüfende  Proben  stets  in  luftdicht  verschlossenen  Gläsern
oder  Blechbüchsen.
3.  Engere  Mittelprobe.  Die  Größe  der  zur  Untersuchung  auf  die  fremden
Bestandteile  im  Laboratorium  herzustellenden  „engeren  Mittelprobe“  soll
mindestens  betragen:
1  g  von  Rispengräsern  (Poa)  uud  Straußgräsern  (Agrostis);
2  g  von  Drahtschmele,  Fuchsschwanzgras,  Goldhafer,  rotem  Schwingel,  Schafschwingel;
3—4  g  von  Anis,  Bastardklee, 2 )  Dill,  Honiggras,  Ruchgras,-  Spörgel,  Timothee, 2 )  Weißklee; 2 )
5  g  von  Fenchel,  Kammgras,  Knaulgras,  Kümmel,  Möhre,  Rapünzchen;
10  g  von  Gelhklee, 2 )  Inkarnatklee, 2 )  Kohlarten,  Luzerne, 2 )  Raps,  Raigräsern,  Rotklee, 2 )
Rübsen,  Serradella, 2 )  Wiesenschwingel,  Wundklee; 2 )
20  g  von  Ahorn,  Esche,  Esparsette,  Hirse,  Kiefer,  Lärche,  Lein, 2 )  Linse,  Ulme;
30  g  von  Buchweizen,  Fichte,  Hornbaum  (Carpinus),  Tanne,  Wicke;
50  g  von  Runkel-  und  Zuckerrübenknäulen,  Zerealien;
100  g  von  Bohne,  Buchelu,  Eicheln,  Erbse,  Lupine,  Mais.
Bei  ungewöhnlich  hoher  Verunreinigung  sind  zwei  Mittelproben  zu  ziehen,
deren  Durchschnittsergebnis  maßgebend  ist.
Vorstehende  Ziffern  stellen  das  Minimum  der  Mittelprobe  dar.  Bei  großkörnigen
  Proben  wird  darüber  hinaus  zu  gehen  sein.
Zur  Herstellung  der  „engeren  Mittelprobe“  empfiehlt  sich  die  „Fließprobe“,
<1-  i-  das  langsam  gleichmäßige  Ausschütten  aus  einer  Flasche  mit  Ausguß  unter
gleichmäßiger  periodischer  Aussonderung  kleiner  Mengen.
4.  Echtheit.  Die  Echtheit  der  Gattung  und  Art  der  meisten  Kultursamen
ist  von  der  Kontrollstation  unschwer  festzustellen,  da  bei  deren  Vorstand  die
nötigen  Kenntnisse  und  außerdem  der  Besitz  einer  größeren  Mustersammlung  vorauszusetzen ­
  sind.  Für  die  Echtheit  von  Varietäten  ist  nötigenfalls  auf  die  Topfoder
  Feldprobe  zurückzugreifen,  wofür  der  Käufer  in  diesem  Falle  vom  Lieferer
e ine  Garantie  zu  fordern  hat.
Die  Nachuntersuchung  von  „Grasgemischen“  ist  von  der  Kontroll-Station
abzulehnen  und  dahin  zu  streben,  daß  das  Angebot  solcher  Mischungen  aus  den
1  reislisten  des  Samenhandels  verschwinde.
5.  Reinheit.  Als  „fremde  Bestandteile“  einer  Samenprobe  sind  nicht  allein
kpreu,  Sand  und  fremde  Samen  —  selbst  solche  von  gleichem  oder  höherem  Marktwert ­
  —  auszuscheiden,  sondern  auch  äußerlich  verletzte  echte  Samen,  sofern  sie
unzweifelhaft  als  zur  Ke  imung  unfähig  erkannt  werden  können.  In
Weifelsfällen  hat  die  Keimkraftprüfung  zu  entscheiden.
')  Zu  beziehen  durch  den  Klempner  Matthes  in  Tharand.
“0  Auf  Cuscuta  ist  die  ganze  eingeforderte  Menge  auszulesen,  und  zwar  nicht
p°,  ^ as  Abgesiebte,  sondern  auch  die  auf  dem  Siebe  zurückbleibenden  Samen.  Ist  eine
ro  e  stark  seidehaltig,  so  genügt  die  Auslese  einer  Mittelprobe  von  25  bezw.  50  g.
            
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