Full text : Das Geldwesen Frankreichs zur Zeit der ersten Revolution bis zum Ende der Papiergeldwährung

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II.  DIE  PAPIEEGELDWÄHRÜNG.

Die  Hypothezierung  sollte  im  Verbrennen  der  eingehenden
Assignaten  ihren  Ausdruck  finden.  Diese  Vernichtung  war  aber
zwecklos  schon  deshalb,  weil  man  immer  mehr  Assignaten  fabrizierte ­
  als  verbrannte.  Gleichgültig  war  dabei,  daß  man  gerade
diejenigen  verbrannte,  welche  auf  die  Nationalgüter  eingingen.
Auch  dann  könnten  wir  die  Verbrennung  der  Assignaten  nicht
verstehen,  wenn  man  so  viel  verbrannt  als  fabriziert  hätte.  Erst
wenn  man  weniger  hergestellt  als  verbrannt  hätte,  wäre  ein
greifbarer  Erfolg  zu  verzeichnen  gewesen.  Die  Nationalversammlung ­
  hätte  ihren  —  nunmehr  kaum  gerechtfertigten  •—  Wunsch
der  sogenannten  Hypothezierung  (genau  betrachtet  lediglich
Verminderung)  der  Assignaten  in  Erfüllung  gehen  sehen.  Dann
hätte  es  aber  genügt,  das  Plus  zu  verbrennen,  d.  h.  den  Überschuß ­
  der  eingehenden.  Damit  wäre  aber  auch  das  überflüssig
gewesen,  denn  der  Staat  hätte  mehr  Einnahmen  als  Ausgaben
gehabt  —  und  mehr  konnte  er  sich  nicht  wünschen.
Wie  wir  sehen,  läuft  die  ganze  Hypothezierungstheorie,
wenn  man  tiefer  eindringt,  auf  die  Quantitätstheorie  hinaus,  da
sie  bewußt  Ausländer  nicht  heranzieht  und  lediglich  auf  eine
numerische  Verminderung  der  Staatsnoten  gerichtet  ist.  Sie  ist
eine  mit  falschen  Vorstellungen  verbundene  Quantitätstheorie.
Der  Inhalt  der  Quantitätstheorie,  die  ebenfalls  von  der
französischen  Wissenschaft  zur  Erklärung  des  französischen
Wechselkurses  vielfach  herangezogen  wurde,  ist  in  den  Grundzügen ­
  folgender;  Treffe  die  Hypothezierung  nicht  mehr  zu,
weil  die  Menge  der  Assignaten  zu  groß  und  die  Güter  zu  klein
sei,  so  seien  die  Assignaten  in  dieser  Weise  aufzufassen;  die
Assignaten  sind  Wertpapiere  wie  andere;  sie  sind  genau  genommen ­
  Anweisungen  auf  Hartgeld;  sie  haben  einen  schwankenden ­
  Kurs  gegenüber  dem  Metallgelde.  Nach  dem  Grundsätze,
je  seltener  eine  Sache  ist,  um  so  wertvoller,  und  je  häufiger
im  Verkehr,  um  so  geringwertiger  ist  sie,  muß  es  als  selbstverständlich ­
  gelten,  daß  die  Assignaten,  je  rascher  sie  vermehrt
wurden,  um  so  schneller  im  Kurse  sanken.  Die  französische
Wissenschaft  ist  der  Ansicht  dieser  Quantitätstheorie,  soweit
            
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