Metadata : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Künstliche  Düngemittel.

Das  niitersohwefligsaure  Natrium  darf  nicht  vor  der  Phenolschwefelsäure  zu  dem
Salpeter  gesetzt  werden,  weil  durch  die  alsdann  eintretende  sehr  lebhafte  Reaktion  beträchtliche ­
  Verluste  an  Stickstoff  entstehen  können.  Ein  Gehalt  der  Phenolschwefelsäure
von  mehr  als  7  %  und  weniger  als  4  °/ 0  Phenol  beeinträchtigt  die  Ergebnisse.
Das  unterschwefligsaure  Natrium  hat  den  Zweck,  die  sich  der  Bindung  an  Phenol
entziehende  kleine  Menge  Salpetersäure  in  die  Form  der  nicht  flüchtigen  Bleikammerkristalle
(Nitrosulfosäure)  überzuführen.
Als  mißlicher  Umstand  bei  Anwendung  von  Salizylsäure-Schwefelsäure  wird  hervorgehoben, ­
  daß  sich  darin  Salpeter  und  salpetersäurehaltige  Stoffe  nur  sehr  schwer  lösen,
wodurch  leicht  Verluste  eintreten  können.
II.  Aramoniak-Stickstoif.
Man  bestimmt  das  Ammoniak  am  besten  durch  Destillation  einer  abgewogenen
Menge  mit  Wasser  und  frisch  gebrannter  Magnesia  (auf  1  g  Ammonsalz  etwa
3  g  Magnesia),  fängt  das  Ammoniak  in  titrierter  Schwefelsäure  oder  Salzsäure  auf
und  titriert  mit  Natronlauge  zurück.
Bei  etwaigem  Vorhandensein  von  freiem  Ammoniak  neben  organischen  Stoffen,
deren  Stickstoff  hierbei  teilweise  in  Ammoniak  übergeführt  wird  (Harn),  wird  das
Verfahren  von  Schlösing,  nämlich  Einwirkung  von  Kalkmilch  in  der  Kälte,
vorgezogen. 1 )  Auch  kann  man  den  Ammoniak-Stickstoff  oft  in  wässerigen  oder
sauren  Auszügen  mittels  des  Knopsehen  Azotometers  durch  Einwirkung  von  überschüssigem, ­
  unterbromigsaurem  Alkali  volumetrisch  bestimmen;  der  chemische  Vorgang
verläuft  hierbei  nach  der  Gleichung;  SBrONa  +  2NH,,  =  3BrNa  +  3H 2 0  H  -  2N.
Die  Lösung  des  unterbromigsauren  Natriums  bereitet  man  in  der  Weise,  daß
man  100  g  Ätznatron  in  1250  ccm  destilliertem  Wasser  auflöst,  die  Lösung  stark
abkühlt  und  unter  fortwährendem  Umschütteln  25  ccm  Brom  hinznfügt.  Diese
Lauge  muß  in  einer  dunklen  Flasche  aufbewahrt  werden,  da  sie  sich  am  Lichte
allmählich  zersetzt.  50  ccm  der  Lauge  vermögen  130—150  ccm  Stickstoff  aus  einer
Salmiaklösung  zu  entwickeln.
Das  Knop-Wagnersche  Azotometer  (Fig.  21,  S.  143)  besitzt  folgende
Einrichtung:
Das  unten  in  einem  Metallringe  eingekittete  und  mit  Blei  beschwerte  Eutwickelungsgefäß
  ist  durch  eine  nicht  bis  oben  hinaufreichende  Glaswand  —  in  der  Figur  nicht  sichtbar ­
  —  in  zwei  Teile  geteilt;  in  die  eine  Abteilung  bringt  man  die  Ammonsalzlösung,  in
die  andere  die  Bromlauge.  Es  ist  notwendig,  ein  bestimmtes  Volumverhältnis  der  beiden
Flüssigkeiten  stets  festzuhalten.  Man  dampft  daher  die  das  Ammonsalz  enthaltende  Flüssigkeit ­
  in  einem  Porzellanschälchen  fast  bis  zur  Trockne  ab,  füllt  eine  10  ccm-Pipette  mit
destilliertem  Wasser,  läßt  einige  Tropfen  zur  Lösung  des  Ammonsalzes  zufließen,  gießt
diese  Lösung,  durch  ein  langes  Trichterrohr  in  die  eine  Abteilung  des  Entwickelungsgefäßes
und  spült  mit  dem  in  der  Pipette  zurückgebliebenen  Wasser  Porzellanschale  und  Trichterrohr ­
  aus.  In  die  andere  Abteilung  läßt  man  mittels  einer  Pipette  50  ccm  Bromlauge
einfließen.  Nachdem  das  Entwiokelungsgefäß  mit  einem  Kautschukstopfen  verschlossen
worden  ist,  senkt  man  es  in  das  Kühlgefäß  so  tief  ein,  daß  der  Kautschukstopfen
gerade  noch  mit  Wasser  bedeckt  wird.  Dieses  Kühlgefäß  sowie  auch  der  lange  Glaszylinder- ­
  werden  mit  kühlem  Wasser  womöglich  von  gleicher  Temperatur  gefüllt.  Durch
den  Kautschukstopfeu  des  Entwiokelungsgefäßes  geht  ein  mit  Glashahn  versehenes
Glasrohr  hindurch,  welches  durch  Kautschukschlauch  mit  dem  graduierten  Glasrohr  im
Zylinder  in  Verbindung  steht.  Der  Glashahn  wird  gelockert  oder  herausgezogen  und
die  im  Glaszylinder  eingesohlossenen  kommunizierenden  Röhren  durch  Zusammendrticken
des  mit  einem  Loch  versehenen  Kautschukballes  unter  gleichzeitigem  Öffnen  des  Quetschhahnes ­
  mit  Wasser  gefüllt.  Durch  Ablassen  des  Wassers  durch  den  Quetsohhahn  stellt
man  den  unteren  Meniskus  des  Wasserspiegels  genau  auf  den  Nullpunkt  der  graduierten

x )  Vergl.  R.  Fresenius,  Lehrb.  d.  analyt.  Chem.  1,  225,  b.
            
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