Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Künstliche  Düngemittel.

im  Liter),  bezw.  so  viel,  daß  alles  Quecksilber  als  Schwefelquecksilber  ausgefällt
wird  und  die  Flüssigkeit  schwarz  erscheint,  dann  einige  feine  Körnchen  Zink  zu
und  verbindet  rasch  mit  dem  Uestillationsrohr.  Letzteres  taucht  in  einen  250—300  ccm
fassenden  Erlenmeyer-Kolben,  welcher  10  oder  20  ccm  Normalschwefelsäure  und
so  viel  Wasser  enthält,  daß  die  Spitze  des  Destillationsrobres  in  die  Flüssigkeit
taucht  (vergl.  Fig.  20,  S.  139).  Nachdem  etwa  100  ccm  der  Flüssigkeit  abdestilliert ­
  sind,  wird  die  überschüssige  Schwefelsäure  mit  x / 4  Normalnatronlauge
unter  Zusatz  eines  Indikators  zurücktitriert  und  aus  dem  gefundenen  Ammoniak  der
Stickstoff  berechnet.
Anmerkungen.  «)  Nach  0.  Böttcher  ist  der  Zusatz  von  Schwefelkalium  nicht
notwendig,  wenn  mau  für  eine  starke  Wasserstoffentwickelung  sorgt,  also  etwa  l,b  g  Zinkstaub ­
  zusetzt.  Die  starke  Wasserstoff-Entwickelung  kann  aber  leicht  ein  Überspritzen  von
fixem  Alkali  verursachen.  C.  Neuberg  empfiehlt  Natriumthiosulfat  an  Stelle  von
Kaliumsulfid,  und  zwar  je  1  g  gepulvertes  Natriumthiosulfat  auf  0,4  g  Quecksilberoxyd.
ß)  Um  ein  Überspritzen  von  Natronlauge  zu  verhüten,  verbindet  man  den  Kolben
mit  dem  Destillationsrohr  am  besten  durch  ein  Kugelrohr,  in  welchem  das  Glasrohr,  wie
aus  der  Zeichnung  (Fig.  20,  S.  139)  ersichtlich,  umgebogen  ist.  Statt  dieser  Einrichtung
sind  eine  Reihe  anderer  Destillations-Vorrichtungen  in  Gebrauch,  die  aus  den  Preislisten  der
Mechaniker  zu  ersehen  sind.
y)  A.  Hebebrand 1 )  hat  eine  besondere  Destillations-Vorlage  angegeben,  welche  mit
einem  Ü-förmigen  Seitenrohr  versehen  ist  und  das  anfängliche  Eintauchen  des  Destillationsrohres ­
  in  die  vorgelegte  Schwefelsäure  überflüssig  macht.
d)  Bosworth  und  Eissing *  2 )  verwenden  behufs  Vereinfachung  der  Ausrechnung
zur  Verbrennung  stets  genau  1  g  Substanz,  zum  Binden  des  Ammoniaks  in  der  Vorlage
'/j  Normalsäure  und  zur  Titration  */ 14iM  Normalalkali;  1  ccm  Alkali  entspricht  dann  1  mg
Stickstoff  und  1  ccm  '/ 2  Normalsäure  7,02  ccm  des  1 / 14j04  Normalalkali.  Die  Anzahl  der
nicht  verbrauchten  ccm  Alkali,  welche  den  vorgelegten  ccm  Säure  entsprechen,  geben  dann
die  Menge  Stickstoff  in  mg  an,  und  wenn  diese  mit  10  multipliziert  werden,  erhält  man
direkt  die  Prozente  Stickstoff  in  der  Substanz.  Über  die  Einrichtung  der  Bürette  vergl.  das
Original.
d)  Indikatoren.  Als  Indikatoren  für  die  Titration  der  Schwefelsäure  sind
jetzt  mehrere  in  Gebrauch,  nämlich:  Kongorot,  Cochenille,  Methylorange  usw.  statt
der  früher  allgemein  üblichen  Lackmuslösung.  Die  Wirkung  der  Indikatoren  beruht ­
  nach  W.  Ostwald  u.  a.  darauf,  daß  die  Indikatoren  als  Stoffe  von  mehr  oder
weniger  saurer  oder  basischer  Natur  mit  dem  Alkali  oder  umgekehrt  mit  der
Säure  eine  Verbindung  eingehen,  welche  ionisiert  wird  und  wobei  alsdann  das  frei
gewordene  Ion  eine  andere  Farbe  besitzt  als  das  ursprüngliche  Molekül  des  Indikators. ­
  Man  kann  mit  F.  Glaser 3 )  die  Indikatoren  ie  nach  der  stärkeren  sauren
oder  basischen  Natur  in  3
1.  Gruppe  von  ausgeprägt ­
  saurer  oder  basischer
Natur  (Diazo-  bezw.Tetrazoverbindungen ­
  oder  phenolartige ­
  Körper  mit  mehreren
Hydroxylen;
Methylorange,
Kongorot,  Cochenille,
Tropäolin,  Jodeosin  und
Lackmoid.

Gruppen  teilen,  nämlich:
2.  Gruppe  von  schwächerer ­
  Säurenatur  mit  meistens
nur  zwei  Hydroxylen:
Pluorescein,  Phenaoetolin,
  Hämatoxylin,
  Gallein  und  Lackmus. ­


3.  Gruppe  von  schwacher
Säurenatur  mit  nur  einem
Hydroxyl:
Bosolsäure,  Kurkuma, ­
  Phenolphthalein
und  Plavescin.

J )  Zeitschr.  f.  Untersuchung  d.  Nahrungs-  und  Genußmittel  1902,  5,  61.
2 )  Zeitschr.  f.  analyt.  Chemie  1903,  42,  711.
3 )  Zeitschr.  f.  Untersuchung  d.  Nahruugs-  u.  Genußmittel  1900,  3,  169.
            
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