Full text : Das Zolltarifgesetz der Vereinigten Staaten von 1913

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ermäßigen,  die  die  ausländische  Einfuhr  unmöglich  machten,  und
die  Zölle  abzuschaffen,  die  nur  nomineller  Natur  waren.  Die
meisten  der  neuen  Veränderungen  werden  wohl  darauf  hinausgehen. ­
  Ist  die  Herabsetzung  im  ganzen  also
wohl  der  Mühe  wert  gewesen?
Zweifelsohne  werden  die  Folgen  des  Tarifs  für  die  Industrie
und  die  Preisentwicklung  von  beiden  Seiten  übertrieben.  Solche
Übertreibungen  sind  aber  unausbleiblich,  da  der  Tarif  das  Ergebnis ­
  der  Wahlen  gewesen  ist.  Augenscheinlich  läßt  sich  aber
auch  ein  Tarif  nicht  von  der  Parteipolitik  loslösen.  Auch  in  England, ­
  Deutschland  und  Frankreich  hat  er  durch  parteipolitische
Interessen  sein  Gepräge  erhalten  und  auch  in  diesen  Ländern
werden  die  „industriellen  Wirkungen“  des  Zollschutzes  beständig
übertrieben.  In  unserem  eigenen  Lande  sind  die  Hauptkanäle
von  Industrie  und  Handel  durch  das  Tarifsystem  nicht  wesentlich ­
  abgelenkt  worden.  Der  Stamm  des  amerikanischen  Qewerbefleißes
  würde  in  gleicher  Weise,  selbst  bei  völligem  Freihandel, ­
  bestehen  können.  Die  Änderungen  des  jetzigen  Tarifs
werden  nur  in  einem  kleinen  Bruchteil  des  ganzen  Industriegebietes ­
  Änderungen  hervorrufen,  und  aus  demselben  Grunde
werden  auch  die  Preise  nur  verhältnismäßig  wenig  sinken.  Die
Hoffnung,  daß  sich  die  Kosten  des  Lebensunterhaltes  wesentlich
verringern  werden,  wird  stark  enttäuscht  werden.
Aber  trotzdem  waren  die  Herabsetzungen  der  Mühe  wert,
nicht  allein  diejenigen,  die  eine  tatsächliche,  sondern  auch  die,
die  nur  eine  nominelle  Wirkung  haben.  Es  lohnte  sich  schon
deswegen,  um  dem  Aberglauben  ein  Ende  zu  machen,  daß  alles
Hedeihen  nur  der  Aufrechterhaltung  eines  strengen  Schutzzolltarifs
  zuzuschreiben  ist.  Dieser  Aberglaube  wurde  schon  durch
die  Krise  von  1907  und  die  darauf  folgende  Depression  erschüttert.
Aber  es  sind  in  der  Öffentlichkeit  so  viele  alarmierende  Prophezeiungen ­
  in  die  Welt  gesetzt  worden  über  ein  allgemeines  Unglück, ­
  und  über  den  Ruin  aller  Fabrikationsunternehmungen,  daß
cs  wohl  angebracht  war,  zu  beweisen,  daß  der  industrielle  Organismus ­
  wohl  imstande  ist,  auch  diese  Zustände  zu  überstehen.
Es  ist  eigentlich  seltsam,  daß  diese  Ansichten  eine  so  weittragende
Wirkung  haben  konnten.  Nicht  allein  Leute,  die  keine  Erfahrung
in  größeren  geschäftlichen  Dingen  haben,  sondern  auch  eine  er-
            
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