Full text : Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Erwin  Respondek,

neutralen  Freunde  und  viele  andere  hohe  Ausgaben  rufen  allmählich
aber  stetig  einen  steigenden  Mehraufwand  hervor.  So  weisen,  um  nur
ein  Beispiel  anzuführen,  allein  die  Unterstützungen  an  die  Kriegerfamilien, ­
  die  bis  zum  31.  Oktober  1915  mit  1565,00  Milk  Frcs.  veranschlagt ­
  waren,  folgende  Bewegung  auf:
Ersten  5  Kriegsmonate  1914  340,70  Mül.  Frcs.  Für  je  1  Mon.  68,00  Mül.  Frcs.
1.  Semester  1915  764,80  „  „  „  „  1  „  127,50  „  „
3.  Trimester  1915  .  .  ■  ■  ■  460,30  ..  ..  ..  „  1  „  153.00  „  „
Summa  für  14  Monate  1565,80  Mül.  Frcs.
Die  Gesamtsumme  der  Kriegskosten  ist  laut  Aufstellung  für  die
ersten  14  Monate  rund  22  Milliarden  Frcs.  Zu  diesen  Ausgaben  fügt
der  Finanzminister  noch  einige  Beträge  für  unvorhergesehene  Zahlungen
hinzu  und  kommt  schließlich  zu  dem  Endresultat,  daß  bis  zum  30.  September ­
  1915  rund  24  Milliarden  Frcs.  verbraucht  sein  werden.
Nunmehr  wird  es  möglich  sein,  mit  Hilfe  dieser  Angaben  und  den
vorher  dargelegten  Kapitalzuflüssen  ein  Gerippe  zu  entwerfen,  das  ein
Bild  zu  geben  vermag,  wie  die  Einnahmen  und  Ausgaben  in  der  staatlichen ­
  Kriegswirtschaft  sich  zahlenmäßig  gestalten.  Die  Einnahmen
des  Schatzamtes  setzen  sich  zusammen  aus:
Einkünften  von  Steuern,  Abgaben,
Vorschüssen  der  Bank  von  Frankreich,
Einnahmen  von  National-Verteidigungs-Wechseln  und  Obligationen ­
  und
Kreditaufnahmen  im  Auslande.
Die  Ausgaben  des'  Schatzamtes  weisen  fünf  scharf  getrennte ­
  Gruppen  auf:
Kriegslasten  für  Armee,  Flotte,  Kolonien  und  Verwaltung,
Außerordentlicher  Zinsendienst  der  Staatsschulden,
Unterstützungsgelder  für  Angehörige  der  mobilisierten  Truppen,
Arbeitslose  und  -unfähige,
Ernährung  der  Zivilbevölkerung,
Allgemeine  Ausgaben  im  Kriegsverwaltungsdienste.
Es  sollen  jedoch  nur  die  Gesamtziffern  der  Einnahmen  und  Ausgaben ­
  zusammengestellt  werden,  um  die  Übersicht  nicht  zu  erschweren.
Den  Kriegsausgaben  für  14  Monate  in  Höhe  von  24  Milliarden  Frcs.
stehen  an  Kriegseinnahmen  die  folgenden  Summen  gegenüber.
Zunächst  die  reinen  Budgeteinnahmen.  Sie  betrugen  für  die  Zeit

vom:
1.  August  bis  31.  Dezember  1914  .  .  .  1188,00
1.  Januar  bis  30,  April  1915  1061,00  2249,00
für  9  Monate  also  2249,00  Mill.  Frcs.
„  1  Monat  im  Durchschnitt  250,00  „  „

Für  eine  Rechnungszeit  von  9  Monaten  bedeutet  dies  eine  sehr
niedrige  Einnahme.  Für  das  Jahr  1914  sind  die  Staatseinnahmen  gegenüber ­
  1913  um  658,00  Mill.  Frcs.  geringer.  Im  laufenden  Jahre  1915
            
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