Full text : Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

6o

Erwin  Respondek,

da  die  Bank  die  Spekulation  besser  beobachten,  berechtigte  Forderungen
nach  Devisen  klarer  erkennen  und  durch  ihre  Interventionen  immerhin
einem  plötzlichen  Emporschnellen  entgegenarbeiten  konnte.
Wie  fruchtbar  und  erleichternd  ihre  Arbeit  sein  mußte,  geht  wohl
daraus  hervor,  daß  sie  während  des  Jahres  1915  ihren  Kunden  und  dem
offenen  Markte  gegen  800  Mül.  Frcs.  Devisen  zur  Verfügung  gestellt  hat.
Noch  auf  einem  zweiten,  indirekten  Wege  suchte  die  Notenbank
dem  Devisenmangel  abzuhelfen.  Sie  plante  eine  Verbindung  der  Londoner ­
  Stock  Exchange  mit  dem  Pariser  Platze  herzustellen,  um  die  Arbitrage ­
  wieder  in  ihre  alten  Bahnen  zu  leiten  und  ihr  die  Möglichkeit
des  Kursausgleiches  zu  geben.  Durch  diese  glückliche  Verknüpfung
erhoffte  die  Bank  in  erster  Linie  einen  regen  Devisenaustausch,  der  für
Frankreich  um  so  vorteilhafter  ausfallen  würde,  als  die  französischen
Besitzer  ihre  internationalen  Werte  an  der  Londoner  Börse  verkaufen
und  damit  wertvolle  Grundlagen  für  Trassierungen  schaffen  könnten 1 ).
Aber  die  Londoner  Finanzkreise  erwiesen  sich  gegenüber  diesen  Wünschen ­
  als  zu  spröde,  und  die  Notenbank  bleibt  auf  ihre  eigene  Kraft
und  Initiative  in  der  Bekämpfung  der  Devisenhausse  angewiesen.

Wechselkurse  an  der  Pariser  Börse.

Zeitpunkt
der

London

New  York

Schweiz

Holland

Notierung

Parität:  25,2216

Parität;  5,1826

Parität:  100,00

Parität:  208,32

1914

G.  B.

G.  B.

G.  B.

G.  B.

Juli

15-25,17—



5,iS

100,00

207,50

Oktober

17-25,08—25,13



5,05—5,15

99,00—100,00

208,00  212,00

31-25,12—25,27



5,io—5,25

98,00—100,00

206,00  210,00

November

II.

25,00  25,15

5,02—5,17

98,00—100,00

207,00—211,00

Dezember

16.

25,01—25,16

5,06—5,21

97,50—99,50

206,00  210,00

1915
Januar

27.

25.04—25,20

5,10—5,25

97,00—99,00

206)4—210)4

Februar

24-25,26—25,31



5,25%—5,30%

95,00—97,00

210,00  212,00

März

10.

25.25—25,35

5,23%—5,28%

96%—98%

208)4—210)4

17.

25,342—:*5,41%

5,26%—5,31%

101)4—103%

209,00—211,00

31-25,41%—25,51)4



5,28—5,33

97%—99%

210,00  212,00

April

14-25,45—25,55



5,30—5,35

98%—100%

209,00—211,00

28.

25,46—25,56

5,30—5,35

99,00  101,00

209,00  211,00

Mai

5-25.46%—25,56%



5,29%—5,34%

99,00—101,00

209,00  211,00

II.

25,54—25,64

5,30—5,35

99%—101%

210,00  212,00

20.

25,75—25,85

5,39%—5,44%

100%—102%

212,00  214,00

Juni

28.

25,83%—25,98%

5,36%—5,46%

101)4—103%

214%—216)4

3-25,91%—26,06%



5,38%—5,48%

102%—104)4

2X6,00  218,00

IO.

25,94%—26,09%

5,38—5,48

102,00  104,00

2  r  7,00—219)4

17-25,95—26,

  ro

5,41%—5.51%

101)4—103%

217,00  219,00

Juli

24.

26,0  7%—26,22%

5,45—5,55

201  %  104%

218,00—220,00

1.

26,75—26,95

5,61—5,71

103,00—106,00

220,00  225,00

8.

26,85—27,05

5,60—5,70

103,00  106,00

323,00—228,00

15-26,50—26,70



5,53—5,63

103,00—106,00

220%—225%

22.

26,70—26,90

5,57—5,67

103,00—106,00

222%  227%

29.

27,00—27,ro

5,65—5,70

I04%—107)4

227,00  230,00

l )  Siehe  den  Geschäftsbericht  der  Bank  von

Frankreich  1915,  S.  14.
            
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