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Erwin Respondek,
diskontiert, nachdem sie bereits 502 Milk Frcs. im Besitz hatten. Hiermit
war die äußerste Grenze auf diesem Felde erreicht. Die Weigerung,
den Diskont- und Blankokredit weiter auszudehnen, brachte Frankreich
in eine arge Verlegenheit. Die gewaltigen Mengen Kriegsmaterial und
Lebensmittel müssen bezogen werden, Frankreich kann aber das Aus
land weder mit den entsprechenden Gütermengen bezahlen, noch da
selbst weitere Kredite erlangen. Es mußte verhandelt werden, und schließ
lich machten sein Bundesgenosse England und der Hauptlieferant
Amerika die weitere Zufuhr von Gütern von einer Bedingung abhängig;
Die neuen Kredite — vornehmlich Vorschußkredite — müssen zu x /s m it
Gold gedeckt werden. So hatte nach einer Vereinbarung vom 30. April
1915 mit der englischen Notenbank die Bank von Frankreich nach
London 20 Müll. Sovereigns gesandt, wofür das französische Schatzamt
einen Kredit von 62 Mill. £ in Amerika eröffnet erhielt, den Frankreich
durch Trassierungen in Anspruch nehmen kann.
Auf Grund dieser Vereinbarung stellt das Jahr 1915 das eigen
artige Bild eines wechselseitigen Austausches von französischem Gold
und ausländischer Krediteröffnung dar. Diese Operationen gestalten
sich, soweit ihre Abschlüsse zuverlässig bekannt gegeben wurden, im
einzelnen wie folgt (in Mill. Frcs.) : x )
Kreditgewährung und Golddeckung in London undNew- York.
Zeitpunkt
London
New
York
Goldzufluß
Krediteröffnung
Goldzufluß
Krediteröffnung
1914
September . .
?
50
?
—
November . .
—
—
?
50
1915
Januar ....
300
250
?
50
April ....
25
—
50
250
Mai
200
1050
150
—
Der gesamte Goldabfluß beträgt somit 725 Mill. Frcs., die hierfür ein
geräumten Kredite belaufen sich — unter Einschluß der von 1914, für
die der hohe Goldabfluß im Januar 1915 nach London wohl gleichfalls
Geltung hat — auf 1700 Mill. Frcs., d. h. eine Golddeckung dieser Kredite
von rund 44 %.
Die Transaktionen im Monat Mai beruhen außerdem auf einem
Sonderabkommen der französischen und englischen Regierungen vom
30. April 1915. Hiernach überweist die Bank von Frankreich der Bank
von England 20 Mill. £ = 500 Mill. Frcs. Gold. Dagegen erhält die
französische Regierung in London einen Kredit von 62 Mill. £ = 1550 Mill.
Frcs. Der gewährte und tatsächlich benutzte Kredit ist außerdem durch
französische Schatzwechsel in voller Höhe zu decken, die jedesmal bei
*) Die Tabelle ist auf Grund von Preßnotizen und aus Fachzeitschriften zusamraen-
gestellt. Siehe z. B. Bank, August-Heft 1915 und Koppe, a. a. O. S. 750.