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bei sind für den geschlossenen Betrieb die Kriegskranken zum Teil
noch unbrauchbarer als die Verstümmelten. Ist für den Blinden,
den Einarmigen oder Beinbeschädigten ein Posten gefunden, den
er überhaupt ausfüllen kann, so ist er imstande, seine Obliegenheiten
ohne Unterbrechungen zu erfüllen. Anders der Epileptiker,
der Herz-, Nerven- nnd Lungenkranke, der Rheumatiker. Er ist oft
überhaupt nicht imstande, die volle Arbeitszeit auszuhalten, und
Zeiten leidlicher Erwerbsfähigkeit wechseln mit Zeiten, in denen
das Befinden jede feste Arbeit unmöglich macht. Solch unregelmäßige
Arbeiter kann die Industrie, die auf gleichmäßige Ausnutzung
ihrer Arbeitsstätten angewiesen ist, nicht in größerem Umfange
beschäftigen, ebenso wenig wie die öffentlichen Körperschaften.
Für sie erscheint daher als letzte Zufluchtsstätte die Heimarbeit.
Damit ersteht die Frage: Inwieweit ist diese Betriebsform
imstande, die Kriegsopfer aufzunehmen? Inwieweit sind wir berechtigt,
Kriegsbeschädigten die Annahme von Heimarbeit zu empfehlen?
Zunächst muß dargetan werden, daß der gegenwärtige Zeitpunkt
die meisten Hausindustrien in einer unnormalen Lage antrifft.
Teils sind sie hypertrophisch angewachsen, wie die Heeresnäharbeiten,
die Sattlerei, in bescheidenerem Maße die Zigarrenheimarbeit; teils
sind sie aus Mangel an Rohstoffen und Absatz lahmgelegt, wie die
Textil-, Spielwaren- und Christbaumschmuckindustrie. Dieser
augenblickliche Zustand erschwert es außerordentlich, eine richtige
Taktik einzuschlagen. Denn es widerspricht dem Grundsatz, dem
Kriegsbeschädigten nach Möglichkeit eine dauernde Arbeit zu
verschaffe!:, wenn man ihn in Kriegsbedarfsgewerben unterbringt,
mit deren Rückgang gerechnet werden muß, und es ist unmöglich,
ihn aussichtsreicheren Hausindustrien zuzuführen, die im Augenblick
stilliegen. Eine vo>n sächsischen Heimatdansi) veranstaltete
Erhebung ergibt, daß nur in der handwerksmäßigen Sattlerarbeit
für Heeresbedarf Arbeitermangel besteht, daß im graphischen Gewerbe,
in der Zigarren- und Kartonnagenindustrie, in der Korbmacherei,
der Herstellung von Sitzmöbeln, Holzschuhen und Pan-1)
„Heinratdank" Jahrgang 2 Nr. 11.