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Handhabe; entscheidend für den Erfolg ist die durch eingehende
Kontrolle gesicherte Durchführung. Der Umstand, daß bei
der Sanierung des Hausgewerbes der Hausarbeiter und
nicht der Unternehmer die Lasten zu tragen hat, und die
ärmliche Lebenshaltung der Hausarbeiter ziehen jeder Besserung
auf diesem Gebiete enge Grenzen, will man nicht die Heimarbeit
überhaupt ausräuchern. Stets wird die Wirklichkeit weit, weit hinter
den Forderungen des Gesetzes zurückbleiben, das feinen zwingenden
Charakter hier überhaupt fast abstreift und zu einer moralischen
Forderung wird. Selbst auf dem Lande entspricht nur ein sehr
geringer Hundertsatz der Betriebe den Bestimmungen der Verord
nung; um wieviel schlimmer sind die Verhältnisse in den Städten?
Dr. Altmann-Gottheiner berichtet, daß von etwa 100 untersuchten
Betrieben in Niederbaden kaum ein einziger einwandfrei im Sinne
der Verordnung war; ich selbst fand in dem günstiger gestellten,
weil mehr agrarischen Oberland nur selten eine eigene Werkstatt;
zumeist wurde im gleichen Raume gewohnt, im Winter gekocht,
sehr häufig auch geschlafen. Es war erträglich, wenn Sauberkeit
herrschte; schauerlich, wo die Arbeit in einer schlecht gehaltenen,
engen und mangelhaft gelüfteten Wohnung verrichtet wird?) Das
großherzoglich badische Gewerbeaufsichtsamt berichtet arrs dem
Jahre 1913, daß von den inspizierten Hausarbeitern nnr 60 in
*) So traf ich in einem badischen Dorfe folgende Verhältnisse: In
einem alten Wachtturme, der im Lichten etwa 4 Quadratmeter maß und
der Gemeinde als Armenhaus diente, rippte eine Frau, augenscheinlich die
Dorfprostituierte, Tabak. Der Boden, auf dem die Blätter herumlagen,
bestand aus löchrigen, lose nebeneinander auf die Erde gelegten Brettern;
zwei Betten, in denen Mann, Frau und 6 Kinder nachts im Winter kam
pierten, ein Tisch, ein Ofen und zwei Stühle machten das Mobiliar aus.
Im Sommer schliefen die Kinder um so luftiger auf dem unverschaltcn
Dachraum, zu dem man über eine von außen angestellte Leiter durch ein
ausgebrochenes Loch in der Mauer kriechen konnte. Die abgetragenen
Lumpen des ganzen Dorfes schienen in der Behausung zusammengehäuft
zu sein; da ein Schrank fehlte, lagen sie auf der Erde, und ihr Geruch
vermischte sich mit dem Dunste ungelüfteter Betten, verbrauchter Luft
und Tabaksgeruch. Nicht besser sah's im benachbarten Wachtturm aus,
den sich ebenfalls ein Tabakarbeiter als Wohnung hergerichtet hatte.