Full text : Die Heimarbeit im Kriege

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erster  Lime  dem  Ersatz  der  eingezogenen  männlichen  Beamten  und
der  Aufsicht  über  die  stark  vermehrte  Frauenarbeit  in  Fabriken  zugute ­
  kommen.  Der  größte  deutsche  Bundesstaat  hat  also  fast
nichts  getan,  um  durch  entsprechende  Vermehrung  der  Aufsichtsorgane ­
  die  Durchführung  des  Hausarbeitgesetzes  Kr  sichern.  Ohne
diese  bleiben  aber  alle  Bestimmungen  sanitärer  Natur  in  der  Hausindustrie ­
  mehr  oder  weniger  auf  dem  Papier  stehen.
Es  ist  aus  dem  Gesagten  ohne  weiteres  ersichtlich,  daß  die
wirkliche  Abstellung  e  r  n  st  e  r  gesundheitlicher  Schäden  nur  durch
ein  völliges  Verbot  der  Hausarbeit  möglich  ist.  Alles  andere  bleibt
Stückwerk;  über  ein  stichprobeweises  Hineinleuchten  ivird  unsere
Geweckeaufsicht  auch  bei  besonderer  Beriicksichtiguug  der  Hausarbeit
in  absehbarer  Zeit  nicht  kommen,  und  auch  dann  können  nur  die
ärgsten  Mißstände  abgestellt  werden.  Wo  sich  so  erhebliche  gesundheitliche ­
  Gefahren  herausgestellt  haben,  die  ein  völliges  Verbot
der  Hausarbeit  rechtfertigen,  halte  man  sich  nicht  mit  zwecklosem
Herumdoktern  an  einigen  Symptomen  auf,  sondern  beseitige  das
Uebel  mit  festem  Zugreifen  radikal.  Da  es  sich  durchweg  um  Hausindustrien ­
  handelt,  die  auch  in  geschlossenen  kleinen  Filialbetrieben
auf  dem  Lande  verrichtet  werden  können,  braucht  die  Verlegung
in  die  Fabrik  oder  Werkstatt  an  sich  noch  nicht  einen  einzigen  Hausarbeiter ­
  brotlos  zu  machen.  Halbtagsschichten  fiir  Frauen  begegnen
hier,  wo  jede  Arbeiterin  ihr  Werkstück  ganz  fertig  macht,  keinen
technischen  Schwierigkeiten;  sie  haben  sich  praktisch  bereits  in  der
Tabakindnstrie  Badens  durchgesetzt  und  werden  es  auch  in  anderen
Gewerben  tun.
Als  gesundheitsschädlich  kommen  in  erster  Linie
folgende  Hausgewerbe  in  Frage:
Das  Drücken  von  Gegenständen  ans  Papier
ni  a  ch  6.  Nicht  nur  die  Gewerbeinspektionen  Sachsen-MeiningensJ
und  OberfrankensH  weisen  auf  die  besonders  schlimmen  Gesund-*)

  Jahresberichte  des  GewerbeaufsichtÄ>eamten  des  Herzogtums
Sachsen-Meiningen  1913.
a )  Jahresberichte  iber  Kögl.  Bayer.  Gewerbeanfsichtsboamten  silr
das  Jahr  1913.
            
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