Full text : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

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Eine  ähnliche  Wandlung  machte  der  Literaturteil  der  Zeitung
durch.  Bücher-Besprechungen  und  literarische  Artikel  waren  bis
zum  Jahre  1892  in  den  verschiedenen  Ausgaben  der  Zeitung
zerstreut;  seitdem  wurden  sie  auf  einer  besonderen  Seite  in  den
Mittwochsausgaben  vereinigt,  und  seit  Januar  1900  in  einer
besonderen  wöchentlichen  „Literarischen  Beilage“  gesammelt. ­
  Wie  der  Westdeutsche  Landwirt,  fiel  auch  sie  während
des  Krieges  vorübergehend  der  Papiernot  zum  Opfer.
Als  eine  besondere  Sparte  pflegte  der  Verlag  seit  Ende  der  1880er
Jahre  zahlreiche  überseeische  Verbindungen.  In  einer  langen
Reihe  von  anregenden  Artikeln  wurden  die  geographischen  und
kulturellen  Verhältnisse  des  fernen  Auslandes  den  Lesern  näher
gebracht,  wobei  Missionare  und  Forschungsreisende  (z.  B.  Ernst
v.  Hesse-Wartegg)  schätzbare  Mitarbeiter  wurden.  Leider  hat
der  Weltkrieg  diese  wertvollen  Verbindungen  unterbrochen.
Mit  dieser  vielseitigen  Ausgestaltung  des  Inhalts  der  Zeitung
mußte  die  Vergrößerung  der  Schriftleitung  gleichen  Schritt  halten.
Als  Nachfolger  Dr.  Marcours  trat  am  1.  April  1888  R.  A.  Koernig
in  die  Schriftleitung  für  den  Auslandsteil  ein,  ein  kenntnisreicher,
sprachkundiger  Mann,  dem  aber  Zigeunerblut  in  den  Adern  floß.
Er  hielt  nur  bis  zum  1.  November  desselben  Jahres  aus  und
begann  bald  ein  abenteuerndes  Leben  im  hohen  Norden,  von
wo  er  nach  München  und  Wien  (als  dort  die  „Zeit“  gegründet
wurde)  verschlagen  wurde,  um  bald  darauf  in  den  besten  Mannesjahren
  zu  sterben.  Ihn  ersetzte  am  13.  November  1888  Dr.  Otto
Dresemann,  der  schon  als  Aachener  Verwaltungsbeamter  ein
geschätzter  Mitarbeiter  der  KV  gewesen  war.  In  Crefeld  1860
geboren,  hatte  er  in  Straßburg,  Bonn  und  Münster  Philologie  und
Geschichte  studiert  und  war  nun  in  den  Beruf  seines  Vaters
gekommen.  Neben  der  Behandlung  der  auswärtigen  Angelegenheiten,
für  die  ihn  seine  reichen  Sprachkenntnisse  vor  allem  befähigten,
entfaltete  er  fast  27  Jahre  lang  eine  überaus  vielseitige  Tätigkeit
an  der  KV,  besonders  auf  dem  Gebiete  der  Geschichte,  der
Technologie,  der  Erd-  und  Völkerkunde,  der  Philologie  und
der  belehrenden  Plauderei.  Er  leitete  auch  die  am  26.  Juli  1899
eingeführte  neue  Rubrik  „Aus  der  Frauenwelt“  und  schrieb
die  Wochenrundschau,  die  besonders  für  die  1893  vom  Verlag
gegründete  Wochenausgabe  fürs  Ausland  unentbehrlich
            
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