Full text : Ferdinand Lassalle

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Wurzel  die  Kraft  versuchend,  aus  den  Usern  schäumend,
Befruchtung  bald  und  bald  Verderben  bringend,
doch  ewig  nur  zu  Hause  find'  ich  mich  bei  Euch!
Verlangt  heut  nicht  von  mir  \  vernünftiges  Wort.
Im  losgegebenen  Taumel  rasen  die  Gefühle,  und
dithyrambisch  reißen  sie  mein  Wesen  fort.  Doch  wie
der  Töne  Unterschied  sich  im  Akkord  harmonisch  löst
in  eines  Grundtons  Walten,  so  löst  sich  aller  wildverschiedenen ­
  Gefühle  Drang  in  ein  Gefühl  doch  auf,
in  Lieb'  zu  Euch!
In  wenig  Tagen  schreib'  ich  vernünftiger.
Euer
F.  Lassalle
Der  Schwärmer  Lassalle  ist  dabei  keineswegs  ein  fader  Moralist
gewesen.  Will  man  eine  Probe  seiner  psychologischen  Einsicht
und  männlichen  Denkart  haben,  so  lese  man  den  folgenden  von
Cd.  Bernstein  herausgegebenen  Brief,  den  Lassalle  in  den  fünfziger ­
  Jahren  an  eine  Verwandte  gerichtet  hat,  die  sich  von  ihrem
Mann  scheiden  lassen  wollte,  weil  sie  ihn  einmal  bei  ihrem  Dienstmädchen ­
  überrascht  hat.  Cr  ist  nur  als  Fragment,  ohne  Datum,
erhalten.

über  Eheirrungen
Diese  ganze  Zeit  über  wollte  ich  Dir  schreiben/um  Dir
meine  Gratulation  zu  bringen,  daß  Du  einem  so  schweren
Wochenbette  so  glücklich  entronnen  bist.  Leider  habe
ich  es,  durch  zu  viele  Geschäfte  in  Atem  gehalten,  so
lange  verschoben,  bis  ich  mich  zugleich  über  den  sehr
unangenehmen  Vorfall  auslasten  muß,  den  man  mir
gemeldet.
            
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