Full text : Ferdinand Lassalle

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ihnen  vorgehende,  sich  auf  ein  göttliches  Recht  stützende
Kraft  sei.
Wir  sind  gewohnt,  meine  Herren,  auf  das  Mittelalter
vornehm  als  auf  eine  Zeit  der  Nacht  und  Barbarei  herabzublicken. ­

Aber  in  vielen  Stücken  mit  hohem  Unrecht,  und  in
keiner  Hinsicht  mit  größerem  Unrecht,  als  in  bezug  auf
das  damals  durch  die  wiederholtesten  und  solennesten
Fälle  anerkannte  Recht  der  Wissenschaft,  ohne  alle  Rücksicht ­
  und  gegen  König  und  Papst  ihre  feierliche  Stimme
zu  erheben.
Meine  Herren,  im  Februar  1412  erlaubt  sich  die  Universität ­
  von  Paris,  welche  keineswegs  irgendwie  mit
der  Finanzverwaltung  des  Landes  oder  mit  ihrer  Kontrolle ­
  betraut  war,  eine  Adresse  an  den  König  von
Frankreich,  Karl  VI.,  zu  richten,  wie  sie  selbst  sagt:  „pour
la  chose  publique  de  vostre  royaume“,  „für  die  öffentliche ­
  Sache  des  Königreiches",  in  der  sie  ganz  besonders
die  Finanzverwaltung  des  Landes,  dann  aber  auch  alle
andern  Zweige  der  Verwaltung  der  schärfsten  Kritik
unterwirft,  das  vernichtendste  Verdamnmngsurteil  darüber ­
  auöspricht.  Und  zu  welcher  ganz  andern  Kühnheit
der  Sprache  und  der  Forderungen,  als  die  ist,  zu  der
sich  unser  Abgeordnetenhaus  erhoben  hat  oder  erheben
würde,  schwingt  sich  in  dieser  Usmoustranee  die  Pariser
Universität  empor!
Sie  weist  dem  Könige  nach,  daß  die  Staatseinkünfte
nicht  nach  ihrer  Bestimniung  verwendet  würden,  und
schließt  diese  Nachweisungen  nnt  dem  peremtorischen
Ausruf:  „Item  und  man  muß  wissen,  wo  dieses  Geld
geblieben  ist."  Sie  schildert  ihm  seine  gesamte  Finanz-
            
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