Full text : Ferdinand Lassalle

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Wird  er  mir  vielleicht  bestreiten  wollen,  daß  ich  ein
Vertreter  der  Wissenschaft  sei?  Oder  wird  er  vielleicht
leugnen  wollen,  daß  das  Werk,  um  das  es  sich  in
dieser  Anklage  handelt,  ein  wissenschaftliches  Produkt ­
  fei?
Der  Staatsanwalt  scheint  selbst  sich  dadurch  beengt  zu
fühlen,  daß  er  es  hier  mit  einer  wissenschaftlichen  Produktion ­
  zu  tun  hat,  denn  er  beginnt  in  der  Anklageschrift
mit  dem  Satz:  „Obgleich  sich  der  Angeklagte  den  Schein
der  Wissenschaftlichkeit  gegeben  hat,  so  hat  derselbe
doch  eine  durch  und  durch  praktische  Tendenz."
Den  Schein  der  Wissenschaftlichkeit?  Und  warum
nur  den  Schein?  Ich  fordere  den  Staatsanwalt  auf,
mir  zu  erweisen,  warum  dieser  wissenschaftlichen  Leistung ­
  nur  der  Schein  der  Wissenschaftlichkeit  zukommen
soll!
Ich  glaube,  ich  bin,  wenn  es  sich  um  die  Frage  handelt:
was  Wissenschaft  ist  oder  nicht,  besser  befugt  mitzusprechen ­
  als  der  Staatsanwalt.
In  verschiedenen  und  schwierigen  Gebieten  der  Wissenschaft ­
  habe  ich  umfangreiche  Werke  zutage  gefördert,
keine  Mühen  und  keine  Nachtwachen  gescheut,  um  die
Grenzen  der  Wissenschaft  selbst  zu  erweitern,  und  ich
kann  vielleicht  mit  Horaz  sagen:  militavi  non  sine
gloria.
Aber  ich  selbst  erkläre  Ihnen:  Niemals,  nicht  in  meinen
umfangreichsten  Werken,  habe  ich  eine  Zeile  geschrieben,
die  strenger  wissenschaftlich  gedacht  wäre,  als  diese  Produktion ­
  von  ihrer  ersten  Seite  bis  zur  letzten.
Ich  behaupte  ferner,  daß  diese  Broschüre  nicht  nur  ein
wissenschaftliches  Werk  wie  so  manches  andere  ist,  welche«
            
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