Full text : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die  Bodenreform  im  Lichte  des  Freihandels.

bewirkt  hat.  Da  es  nicht  Aufgabe  des  Staates  sein  kann,.
Plusmacherei  zu  treiben,  so  würde  eine  Herabsetzung  der
Kohlenpreise,  wenn  auch  in  langsamer  Weise,  für  Hausbrand, ­
  Industrie  usw.  die  Folge  sein.
Wie  ferner  der  Staat  die  Krankenkassen,  Unfall-,  Invalidenund
  Altersversicherung  der  Arbeiter  nicht  hat  Gegenstand
privater  Ausbeutung  durch  Kapitalistenringe  sein  lassen,.
so  sollte  er  jede  Versicherung,  welche  irgend  wie  arbeitsloses ­
  Einkommen  erlaubt  und  Leben  und  Wohlbefinden
seiner  Bürger  zum  Zweck  hat,  nicht  der  Profitwut  überliefern. ­
  Das  soll  sagen:  alle  Lebens-,  Unfall-,  Feuer-,  Hagelusw.
  -Versicherungen  müssen  verstaatlicht  werden..
Die  Auskaufung  der  Gesellschaften  wird  bei  weiter  sinkendem
Zinsfuß  ein  leichtes  sein,  zumal  wenn  alle  bezüglichen  Versicherungszweige ­
  für  Bürger  obligatorisch  gemacht  werden.
Denn  es  liegt  sowohl  im  Interesse  des  Gemeinwesens  als
des  einzelnen,  diesen  einzelnen  so  zur  Sicherstellung  seiner
Existenz  zu  zwingen.  Freilich  gehört  dazu  eine  Güterverteilung, ­
  wie  sie  nur  auf  den  Grundlagen  des  humanistischen
Sozialismus  möglich  ist.  Aber  an  diesen  Sozialismus,  der
die  individuelle  Tätigkeit  frei  läßt,  wird  sich  die  Menschheit ­
  um  ihrer  selbst  willen  gewöhnen,  soll  anders  sie  in  fortschreitender ­
  Richtung  sich  bewegen.  —  Sehen  wir  einmal
zu,  in  welcher  Weise  schon  heute  bei  relativ  kleinen  Kreisen
von  Versicherten  die  Kapitalisten  profitieren!  Im  Jahre  1889  *
gewährten  die  deutschen  Lebensversicherungsgesellschaften
bei  846409  Versicherten  und  bei  einem  Versicherungskapital
von  3475  Millionen  Mark  ihren  Aktionären  eine  Dividende
von  3561  079  Mark,  daß  heißt  14,33  Prozent  des  eingezahlten
Aktienkapitales.  Während  wir  dieses  schreiben,  geht  die
erfreuliche  Nachricht  durch  die  Blätter,  daß  die  preußische
Regierung  den  Privatnotenbanken  zum  nächsten  Jahre
ihre  Privilegien  gekündigt  habe.  Auch  hier  wird  eine  Gelegenheit, ­
  daß  sich  Private  auf  Kosten  der  Allgemeinheit
            
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