Full text : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

Die  Bodenreform  im  Lichte  des  Freihandels.

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In  den  Anfängen  der  Kultur,  in  primitiven  Gemeinwesen
-war  und  ist  der  Grund  und  Boden  ein  freies  Gut.  Jede
Familie  besiedelt  ein  Stück  Land,  um  ihre  Bedürfnisse,
welche  ja  unter  diesen  Zuständen  einfacher  und  materieller
_  Natur  sind,  zu  befriedigen,  oder  bei  Mehrung  der  Ansprüche
in  den  Formen  der  Naturalwirtschaft  Produkte  gegen  Produkte
.auszutauschen.  Immer  aber  ist  der  Besiedelung  und  hernach ­
  der  Bebauung  günstiges  Land  in  Fülle  vorhanden;
die  Stammesgenossen  sind  alle  in  der  Lage,  sich  genug
Land  und  von  genügender  Qualität  zu  sichern.  Nimmt  die
Bevölkerung  zu,  so  daß  die  junge  Brut  gezwungen  ist,  auszuziehen ­
  und  schwierigeres  Land  in  Angriff  zu  nehmen,
welches  mehr  Arbeit  erfordert,  um  gleichviel  Erträgnisse
.abzuwerfen,  immer  noch  findet  jeder  in  jenen  Verhältnissen
die  Befriedigung  seiner  Bedürfnisse.  Der  höhere  naturale
Nutzwert  des  Bodens  braucht  in  diesen  Gemeinwesen,  die
später  bei  größerer  Ausbreitung  wenig  Zusammenhängen,
von  den  Bodenbenutzern  nicht  extra  bezahlt  zu  werden.
Man  kennt  praktisch  und  noch  viel  weniger  theoretisch  eine
Grundrente.  Dazu  kommt  noch,  daß  in  allen  diesen  niederen
politischen  Bildungen  ein  gewisser  Kommunismus  herrscht,
zum  mindesten  ein  Agrarkommunismus.  Unter  dieser  Form
der  Güterverteilung  freilich  kommt  wenig  oder  gar  nichts
darauf  an,  daß  sich  die  Gesamtheit  von  den  Benutzern  die
natürlichen  Mehrleistungen  des  Bodens  vergüten  läßt,  denn
alle  nehmen  ja  in  gleicher  Weise  an  den  Erträgen  sämtlicher
Bodenqualitäten  teil.
Je  höher  die  Kultur  steigt,  je  dichter  die  Bevölkerung
wird,  je  mehr  die  Eigentumsbegriffe  klarer  in  die  Erkenntnis
treten,  wird  der  Boden,  der  zur  Kultur  sich  eignet  oder
ohne  zu  große  Arbeit  reiche  Erträge  gibt,  seltener,  und
einzelne  suchen  die  Vorteile  günstigerer  Bodenleistungen
für  sich  auf  Kosten  der  Gesamtheit  in  Anspruch  zu  nehmen.
Fast  alle  Völker  haben  im  Laufe  weiterer  Entwicklung  in
            
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