Full text : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

Die  Bodenreform  im  Lichte  des  Freihandels.

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so  fällt  auch  der  Zins,  der  nichts  als  ein  Rentenkauf  (Rodbertus)
  ist,  hin.
Daß  Rente  und  Zins  dasselbe  sind,  ist  eine  alte  Wahrheit,
die  schon  Kalvin  bekannt  war,  wenn  er  sagt:
„Das  Geld  erzeugt  nicht  Geld,  das  ist  unbestritten;  aber  mit
Geld  kauft  man  Land,  welches  mehr  als  den  Gegenwert  der
Arbeit,  die  man  ihm  widmet  (durch  die  Naturkräfte),  erzeugt
und  dem  Eigentümer  ein  Mehreinkommen  läßt,  nachdem  alle
Ausgaben  für  Handarbeit  usw.  bezahlt  sind.  Mit  Geld  kauft
man  ein  Haus,  das  Mieten  einbringt.  Die  Sache,  mit  der
man  Gegenstände  kaufen  kann,  die  aus  sich  selbst  Einkommen
erzielen,  muß  aber  als  selbst  Einkommen  erzeugend  betrachtet
werden.“
Auch  der  berühmte  Anhänger  der  physiokratischen  Schule-Turgot,
  war  sich  völlig  klar  über  den  Ursprung  des  Zinses:
„Das  Geld  der  Kapitalisten  ist  der  Wertausdruck  für  ein
Grundstück;  der  Zins  des  Geldes  geht  hervor  aus  dem  Einkommen ­
  eines  Gutes  oder  aus  dem  Gewinn  eines  Geschäftes.
Alles  aber  geht  hervor  aus  dem  Reinertrag  der  Ländereien,
d.  h.  der  Arbeit  der  Naturkräfte.“
Wie  Lassalle  an  der  vollen  Erkenntnis  der  wahren  Ursachen
der  sozialen  Not  unserer  Tage  vorüberging,  ist  aus  seinem
„Bastiat-Schulze  von  Delitzsch“  bekannt.  Schulze  rechtfertigt ­
  ganz  richtig  den  Zins  damit,  daß  es  dem  Kapitalisten
möglich  sei,  für  sein  Kapital  Land  zu  kaufen,  dessen  Ernte,
welche  dem  Acker  „entkeimt“,  ein  ansehnliches  Mehr  an
Getreide  über  Samen  und  Arbeit  hinaus  liefert.
Wie  Lassalle  die  Lösung  des  großen  Rätsels  nicht  fand,
da  er  auf  Verstaatlichung  der  Produktion  hinzielte,  so  entgingen ­
  Henry  George,  da  ihm  die  wesentlich  deutschen
Vorarbeiten  nicht  bekannt  waren,  die  Stellung  des  Zinses
in  der  Volkswirtschaft  als  eines  ausbeuterischen  Elementes.
Es  ist  von  Interesse,  die  Versuche  zur  Erklärung  des  Zinsproblems ­
  aus  Böhm-Bawerks  „Geschichte  und  Kritik  der
Kapitalzinstheorie“  aufzuführen.  Wir  geben  die  Aufzählung
nach  dem  Handbuch  von  Schönberg  wieder.
            
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