Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

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Der  Interventionismus  an  den  Universitäten

stehenden  Ertragssteuern  eine  nach  der  andern  umzugestalten
und  die  experimentelle  Methode  weiter  zu  führen,  die  1890  für
das  bebaute  Eigentum,  1892  für  die  Tür-  und  Fenstersteuer  in
Angriff  genommen  wurde.  Um  einerseits  der  ungenügenden
Produktivität  der  direkten  Steuern  abzuhelfen,  andererseits  die
nicht  proportionalen  indirekten  Steuern  beseitigen  zu  können,
und  überhaupt  den  übergroßen  Anteil  der  indirekten  Steuern
an  den  Gesamteinnahmen  des  Staates  zu  verringern,  würde  sich
die  Einführung  einer  komplementären,  gemischten  Steuer  auf
Einkommen  und  Kapital  empfehlen.  Sie  wäre  streng  proportional ­
  zu  gestalten  und  ihre  Sätze  müßten  niedrig  bemessen
werden.  Sie  hätte  die  wünschenswerte  Wirkung,  daß  das
Kapital  doppelt  belastet  wäre:  einmal  durch  die  bestehenden
Steuern,  deren  Sätze  man  zum  Teil  erhöhen  (für  die  Erbschaftsund ­
  Schenkungssteuer),  zum  Teil  beibehalten  könnte  (bei  den
Steuern  auf  Güter  der  toten  Hand,  Pferde,  Kutschen,  Billards,
Cercles  usw.);  zweitens  durch  die  neue  Kapitalsteuer,  die  nach
den  Kapitalsarten  verschieden  bemessene  Sätze  haben  müßte.
Seinen  Steuerreformplan,  der  teils  auf  Ideen  von  Me'nier,  teils
auf  der  Gesetzvorlage  Maujan  fußt,  wünschte  Cauwès  in  sukzessiven ­
  Etappen  durchgeführt  zu  sehen,  um  so  wenig  als  möglich
Beunruhigung  bei  den  Massen  der  Steuerzahler  hervorzurufen  *).
Gaston  Jèze,  früher  Professor  in  Lille,  seit  kurzem  in  Paris,
hat  in  Gemeinschaft  mit  Max  Boucard,  maître  des  requêtes  im
Conseil  d’Etat,  zwei  Lehrbücher  der  Finanz  Wissenschaft  und
französischen  Finanzgesetzgebung,  ein  größeres  und  ein  kleineres,
veröffentlicht 1  2 ).  Im  Augenblicke,  in  dem  wir  diese  Zeilen
schreiben,  beginnt  das  Erscheinen,  nunmehr  unter  dem  alleinigen
Namen  von  Jèze,  einer  völlig  umgearbeiteten  und  bedeutend
erweiterten  Auflage  beider  Werke 3 ).
Jèze  versteht  unter  Finanzwissenschaft  —  in  dem

1 )  ibid.  p.  444  ff.
2 )  Boucard  et  Jèze,  Eléments  de  la  Science  des  finances  et  de  la  Législation ­
  financière  française,  2  Bde.,  2.  Auflage,  Paris  1902,  und:  Cours  élémentaire ­
  de  Science  des  finances  et  de  Législation  financière  française,  3.  Auflage,
Paris  1904.
8 )  G.  Jèze,  Eléments  de  la  Science  des  finances  usw.,  auf  4—5  Bände
berechnet;  davon  liegt  vor:  Bd.  I,  Le  Budget,  Paris  1909.  —  Cours  élémentaire
usw.  ;  davon  wurden  33  Bogen  als  erste  Lieferung  eben  ausgegeben.
            
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