Full text: Die Nationalökonomie in Frankreich

Geschichtlicher Überblick 
23 
Die ersteren teilt er ein in : Bergbau-, Transport-, Manufaktur- 
und Ackerbaugewerbe. Das Handelsgewerbe hat D uno y er 
nach Ausscheidung des Transportgewerbes aus seiner Klassifi 
zierung ausgeschlossen, weil er den Handel für etwas allen 
Gewerben Gemeinsames ansieht 1 ). Die Rolle des Handels als 
selbständiger Erwerbsgruppe in der Volkswirtschaft entgeht ihm. 
Erklärlich ist ja, daß eine Klassifizierung der Gewerbe, welche 
die Natur der gewonnenen Produkte zum Unterscheidungs 
merkmal nimmt, für den Handel keinen Platz hat. Übrigens 
vermengt Dun o y er Handels- und Transportgewerbe in seinen 
Ausführungen über letzteres, trotzdem er sie in seiner Klassifi 
kation scharf geschieden hatte 2 ). 
Die Gewerbe oder Künste, die den Menschen zum Ge 
genstand haben, teilt Dun o y er ein in solche, welche die Ver 
vollkommnung a) unserer physischen Natur (Heilkunde und 
Sport), b) der Einbildungskraft und des Gemütes (die schönen 
Künste), c) der Intelligenz (Unterricht), d) der sittlichen An 
gewöhnungen (Erziehung, Priestertum, Regierung) bezwecken. 
Den Abschluß macht die Erörterung „gewisser volkswirt 
schaftlicher Funktionen, welche allen Klassen der Erwerbs 
tätigen gemeinsam sind : Genossenschaftswesen, Handel, unent 
geltliche Eigentumsübertragung (unter Lebenden oder von Todes 
wegen).“ 
Was die Methode betrifft, ist D uno y er, wie die meisten 
Volkswirte der liberalen Schule, der Illusion zum Opfer gefallen, 
er mache ausschließlich von der Induktion Gebrauch und gebe 
der Volkswirtschaftslehre ein empirisches Gepräge, während er 
in Wirklichkeit von vorgefaßten Ideen ausgeht, diese deduk 
tiv entwickelt und die Geschichte in deren Sinn interpretiert. 
Dunoyers Methodik bedeutet einen Rückschritt gegenüber 
J. B. Say und P. Rossi. J. B. Say erkennt bereits das ver 
wickelte Ineinandergreifen der verschiedensten Ursachen bei den 
Erscheinungen des Wirtschaftslebens und die daraus sich er 
gebende objektive Schwierigkeit der wirtschaftswissenschaftlichen 
') ibid. Bd. II, pp. 111-112. 
2 ) Dunoyers Klassifikation der Gewerbe oder Künste, „welche die Dinge 
zum Gegenstand haben“, wurde von Jos. Garnier (Eléments de l’Economie 
Politique, Brüssel 1850, Teil I, cap. 3, p. 59 ff.) und von Stuart Mill aus 
genommen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.