Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

Geschichtlicher  Überblick

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Die  ersteren  teilt  er  ein  in  :  Bergbau-,  Transport-,  Manufakturund
  Ackerbaugewerbe.  Das  Handelsgewerbe  hat  D  uno  y  er
nach  Ausscheidung  des  Transportgewerbes  aus  seiner  Klassifizierung ­
  ausgeschlossen,  weil  er  den  Handel  für  etwas  allen
Gewerben  Gemeinsames  ansieht 1 ).  Die  Rolle  des  Handels  als
selbständiger  Erwerbsgruppe  in  der  Volkswirtschaft  entgeht  ihm.
Erklärlich  ist  ja,  daß  eine  Klassifizierung  der  Gewerbe,  welche
die  Natur  der  gewonnenen  Produkte  zum  Unterscheidungsmerkmal ­
  nimmt,  für  den  Handel  keinen  Platz  hat.  Übrigens
vermengt  Dun  o  y  er  Handels-  und  Transportgewerbe  in  seinen
Ausführungen  über  letzteres,  trotzdem  er  sie  in  seiner  Klassifikation ­
  scharf  geschieden  hatte 2 ).
Die  Gewerbe  oder  Künste,  die  den  Menschen  zum  Gegenstand ­
  haben,  teilt  Dun  o  y  er  ein  in  solche,  welche  die  Vervollkommnung ­
  a)  unserer  physischen  Natur  (Heilkunde  und
Sport),  b)  der  Einbildungskraft  und  des  Gemütes  (die  schönen
Künste),  c)  der  Intelligenz  (Unterricht),  d)  der  sittlichen  Angewöhnungen ­
  (Erziehung,  Priestertum,  Regierung)  bezwecken.
Den  Abschluß  macht  die  Erörterung  „gewisser  volkswirtschaftlicher ­
  Funktionen,  welche  allen  Klassen  der  Erwerbstätigen ­
  gemeinsam  sind  :  Genossenschaftswesen,  Handel,  unentgeltliche ­
  Eigentumsübertragung  (unter  Lebenden  oder  von  Todes
wegen).“
Was  die  Methode  betrifft,  ist  D  uno  y  er,  wie  die  meisten
Volkswirte  der  liberalen  Schule,  der  Illusion  zum  Opfer  gefallen,
er  mache  ausschließlich  von  der  Induktion  Gebrauch  und  gebe
der  Volkswirtschaftslehre  ein  empirisches  Gepräge,  während  er
in  Wirklichkeit  von  vorgefaßten  Ideen  ausgeht,  diese  deduktiv ­
  entwickelt  und  die  Geschichte  in  deren  Sinn  interpretiert.
Dunoyers  Methodik  bedeutet  einen  Rückschritt  gegenüber
J.  B.  Say  und  P.  Rossi.  J.  B.  Say  erkennt  bereits  das  verwickelte ­
  Ineinandergreifen  der  verschiedensten  Ursachen  bei  den
Erscheinungen  des  Wirtschaftslebens  und  die  daraus  sich  ergebende ­
  objektive  Schwierigkeit  der  wirtschaftswissenschaftlichen
')  ibid.  Bd.  II,  pp.  111-112.
2 )  Dunoyers  Klassifikation  der  Gewerbe  oder  Künste,  „welche  die  Dinge
zum  Gegenstand  haben“,  wurde  von  Jos.  Garnier  (Eléments  de  l’Economie
Politique,  Brüssel  1850,  Teil  I,  cap.  3,  p.  59  ff.)  und  von  Stuart  Mill  ausgenommen. ­

            
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