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zusammen genannt wird, wenn die mächtigsten Handelshäuser
der Christenheit aufgeführt werden. So sagt der venezianische
Gesandte Mocenigo: Sono in questa cittä (= Augsburg) molti
mercanti richissimi, dico alcuni cosi ricchi, che non vi sono ne
maggiori ne di gran lunga pari ä loro in tutta la Christianitä.
Li principali di questi sono li Beizer, Pangortiner et Focchari 1 ).
Aleander, der römische Legat, nennt Paumgartner den Reichsten
nach den Fuggern, sogar reicher als die Welser 2 ).
Ebensowenig wie diese wird auch unser Handelshaus
sich auf die Tiroler Unternehmungen beschränkt haben. An
den bedeutenderen Plätzen Europas werden wir Paumgartner-
sche Faktoreien und Kontore annehmen dürfen. Neben Ve
nedig, das als Stapelplatz für die Produkte des nahen Orients
immer noch in Betracht kam, wurden die Niederlande immer
wichtiger für den Welthandel. Die Erzeugnisse der nieder
ländischen und englischen Tuchindustrie kamen hier auf den
Markt. Baumwolle und die andern Produkte des neuentdeckten
Erdteils wurden in Antwerpen von den oberdeutschen Kauf
leuten eingehandelt, wogegen sie hier ihr Silber und Kupfer
zum Verkauf brachten 3 ). Paumgartner beteiligte sich an diesem
Warengrosshandel in ausgedehntem Masse. Wiederholt hörten
wir, dass er für Ferdinands Hofhaltung Seide, Tuche und
Gewürze besorgte. Als bei Ausbruch des Schmalkaldischen
Krieges Karl V. den Augsburger Kaufleuten den Handel mit
den Niederlanden verbieten wollte, wird auch Paumgartner
unter denen genannt, die dadurch schwer betroffen würden 4 ).
1 ) Relationen venetianischer Botschafter über Deutschland und
Oesterreich im 16. Jahrh. Hrsg. v. Joseph Fiedler, Wien 1870 S. 71.
(In: Fontes rerum Austriacarum 2. Abt. Bd. 30.) Alois Mocenigo weilte
im Jahre 1548 am Hofe u. im Lager Karls V.
2 ) Nuntiaturberichte aus Deutschland. Im Aufträge des Kgl.
Preussischen Historischen Instituts bearbeitet. 1. Abteilung Bd. 4
S. 374 ff. Aleander weilte im August 1539 am Wiener Hofe und führte
über die Zeit seiner Legation ein Tagebuch, dem auch obige Notiz ent
nommen ist.
3 ) Ein Blick in die im Augsburger Stadtarchiv vorhandenen
Handlungsbücher der Firma Haug lässt die Ausdehnung der Geschäfte
erkennen, die von den Augsburger Kaufleuten getrieben wurden. (Vgl.
Johannes Meilinget: Der Warenhandel der Augsburger Handels
gesellschaft Anton Haug, Hans Langenauer, Ulrich Link u. Mitver
wandte (1532—1562), Gräfenhainichen 1911. (Leipziger Dissertation.)
4 ) Rud. Häpke: Niederländische Akten u. Urkunden zur Ge-