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Am 1. Februar 1860 wurde die Weserbahn und die Zollvereinsniederlage
in Bremen eröffnet *) und damit der direkte Umschlag
mit der Weser hergestellt. 2 )
Nach diesen Bahnen sind aufser den Umlegungen und den
neuen Hafenbahnen, der Vervollständigung des oldenburgischen
Netzes nur noch in letzter Zeit (seit 1900) Klein- und Nebenbahnen
in der Nähe Bremens hinzugekommen; die Tarmstedter Kleinbahn;
die Nebenbahn Bassum—Sulingen—Bünde; Syke—Bruchhausen—
Asendorf und —Hoya; Bremervörde—Zeven—Rotenburg und —Visselhövede
mit dem bereits früher gebauten Anschlufs nach Hannover, und
die die Lager von Wietze erschliefsende vollspurige Nebenbahn Verden—
Schwarmstedt—Celle; Delmenhorst—Wildeshausen—Bramsche. Im
Bau ist Huchtingen—Thedinghausen.
Übrigens dokumentiert sich die Verkehrssituation auch in
der Topographie der Stadt. Solange das Ostertor noch das
Braunschweig-Leipziger Tor war, war hier eine Verkehrsgegend, in
den Güterbestederakten begegnen im siebzehnten und achtzehnten
Jahrhundert die Fuhrmannswirtshäuser dieses Stadtteils, mit dem
Chausseenbau wurde das Ostertor das Tor nach Hamburg. In diesem
Verkehr, der vorzüglich Nachbarschaftsverkehr zwischen Bremen
und Hamburg ist, sind aufser den Harburgern vorzüglich Fuhrleute
aus Bremen und Umgegend beschäftigt 3 ); es gibt da nur ein nicht
allzu grofses Fuhrmannswirtshaus am Ostertors-Steinweg. Die eigentliche
Fuhrmanns- und Verkehrsgegend ist die Neustadt nach dem ßuntentor,
wo alle grofsen Strafsen nach Nürnberg—Frankfurt, dem Rhein und
Leipzig—Berlin nunmehr hinausgehen. Die grofsen Fuhrmannswirtshäuser
liegen vorerst an der Osterstrafse, die andern an den
Verbindungsstrafsen vom Hohentor — der Oldenburger Strafse —
nach der Brautstrafse, denn die Kaiserbrücke ist ja erst jüngeren
Datums. Es gibt da viele kleinere, aber auch einige sehr grofse an
der Westerstrafse, die natürlich auch mit der speziellen Torstrafse,
der Osterstrafse, vom Buntentorsverkehr zehren. 4 )
9 Fr. Buchenau, Die freie Hansestadt Bremen, III. Aufl., 1900, S. 53
und 54; H. A, Müller, Gedenkbuch der freien Hansestadt Bremen, Bremen 1876.
W. Arthur v. Mayer, Geschichte und Geographie der deutschen Eisenbahnen,
Berlin 1891, S. 40, 52, 88, 288, 346, 359, 362, 616.
2 ) Die von Bremen aufgewandten Bahnanlagekosten werden 1883 zu
47 Millionen Mark berechnet. Jb. d. Hdlsk. i. Brem. f. 1884, S. 37; v. Mayer,
S. 289. Zur neueren Organisation s. Jb. d. Hdlsk. i. Brem. f. 1877, S. 32,
1878, S. 44, 1879, S. 45, 1880, S. 23, 1892, S. 40, 1894, S. 33, 1895, S. 38,
1897, S. 65, 1902, S. 78.
8 ) Vergl. die Statistiken, auch v. Reden, II., S. 314. Staatsarchiv.
4 ) Das läfst sich noch genau mit den Quanten, die in den einzelnen
Häusern verkehrten, feststellen, weil die bremische Frachtfuhrinspektion