Full text: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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ist, 100 Stück irgendwelcher Güterart, Tuch, Getreide usw. Wir nehmen zu 
nächst an, daß die Kaufkraft m sei, und berechnen für den Schuldner nun die 
Selbstkosten, den Erlös und den Reingewinn der Produktion vor Anzug der 
Schulden. Dann subtrahieren wir die Schulden und kommen zum Geldeinkommen 
des Betreffenden. Dies genügt uns aber nicht, da wir ja mit Änderungen der 
Kaufkraft zu rechnen haben, gestattet doch dasselbe Geldeinkommen, bei wach 
sender Kaufkraft des Geldes mehr Güter zu kaufen als bei sinkender. 
Tabelle XIV. 
Kaufkraftveränderungen 
Per 
son 
Kaufkraft d. 
Geldeinheit 
Anzahl der 
produzierten 
Stücke 
Selbstkosten 
Erlös 
Reingewinn 
Schulden u. 
Forderungen 
Geld 
einkommen 
Preis d. Kon 
sumgüter 
pro Stück 
Realeinkom 
men in Stück 
Gewinn oder| 
Verlust j 
pro 
Stück 
im 
ganzen 
pro 
Stück 
im 
ganzen 
pro 
Stück 
im 
ganzen 
j Schuldner 
m 
2 m 
m 
y 
100 
100 
100 
10 
5 
20 
1000 
500 
2000 
10.50 
5.25 
21.00 
1050 
525 
2100 
0.50 
0.25 
1.00 
50 
25 
100 
—20 
—20 
-20 
30 
5 
80 
5 
2.5 
10 
6 
2 
8 
Verlust 
Gewinn 
Gläubiger 
m 
2 m 
m 
2 
100 
100 
100 
10 
5 
20 
1000 
500 
2000 
10.50 
5.25 
21.00 
1050 
525 
2100 
0.50 
0.25 
1.00 
50 
25 
100 
+20 
+20 
+20 
70 
45 
120 
5 
2.5 
10 
14 
18 
12 
Gewinn 
Verlust 
Den einzelnen Bürger interessiert es aber wenig, wieviel Geld er einnimmt, 
sondern was er sich dafür kaufen kann — die Höhe seines Realeinkom 
mens. Wenn alles doppelt so teuer geworden ist und das Geldeinkommen 
konstant blieb, so ist er halb so reich als früher. Ich nehme der Einfachheit 
halber an, daß nur ein Konsumgut in Frage steht, dessen Normalpreis 5 sei. 
Wir sehen, daß unter den von uns gemachten Voraussetzungen das Realein 
kommen des Schuldners 6 Stück beträgt, wenn wir die normale Kaufkraft m 
annehmen. Das Realeinkommen des Gläubigers beträgt dagegen im gleichen 
Fall 14 Stück. Ich möchte mit besonderem Nachdruck darauf hinweisen, daß 
bei kriegswirtschaftlichen Betrachtungen dern Realeinkommen immer be 
sonderes Augenmerk zuzuwenden ist. Es ist immer von Wichtigkeit, aber 
man kann es in normalen Zeiten eher vernachlässigen, wenn die Preise einiger 
maßen konstant sind, nicht aber in Kriegszeiten, in denen die Preise stark 
schwanken. Freilich ergeben sich bei der Feststellung des konkreten Real 
einkommens, das sich aus vielen Gütern zusammensetzt, prinzipielle Schwierig 
keiten, auf die ich hier nicht näher eingehen kann. Nun denken wir uns die 
Kaufkraft des Geldes auf das Doppelte gestiegen. Was bedeutet das für den 
Schuldner, was für den Gläubiger? Der Schuldner erzielt bei der Produktion 
nur die Hälfte des früheren Reingewinnes, da aber die Kaufkraft des Geldes 
doppelt so groß ist als früher, so würde er sich dafür geradesoviel kaufen 
können als früher. Der Reingewinn ist auf die Hälfte gesunken, da sowohl 
Selbstkosten als auch Erlös auf die Hälfte gesunken sind. Allgemeines Steigen 
der Kaufkraft bedeutet, daß die Preise der Rohstoffe und die Löhne sinken, 
aber ebenso auch, daß die Preise der Fertigfabrikate sinken. Alle Preise 
ändern sich, wenn die Kaufkraft sich ändert, die Schulden aber blei 
ben konstant! Wer vor vielen Jahren eine Schuld kontrahierte, als die 
Kaufkraft des Geldes niedriger war, muß die Schuld nach ihrem Nominalbetrag 
zurückzahlen, obzwar sie heute weit mehr bedeutet als früher. Wir sehen in 
unserem Fall, wie das Geldeinkommen des Schuldners von 30 auf 5 fällt. 
Nun ist zwar die Kaufkraft des Geldes gestiegen, und während er früher für
	        
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