104
friedigen; oder es ist aus den Naturalwirtschaften die Erzeugung
gewisser Produkte ausgeschieden, die in die Arbeitssphäre des
Handwerks übergingen. In beiden Fällen findet eine Änderung
in der Organisation der isolierten (Natural-) Wirtschaften
statt.
Früher richtete sich die Produktion nach den Bedürfnissen
der Familienmitglieder. Waren dieser zehn, so wurden Nahrung,
Kleider und andere Produkte nur für zehn produziert. Ist aber
neben fünf solchen Familien eine Handwerkerfamilie mit ebenfalls
zehn Personen entstanden, die für jene irgend ein Produkt
(Schuhwaren) verfertigt, so müssen die fünf Naturalwirtschaften
jetzt Produkte nicht nur für sich, sondern auch für die Handwerkerfamilie
hersteilen, d. h. jede hat jetzt für zwölf Personen
Nahrung, Kleidung usw. fertigzustellen.
Die Entstehung des Handwerks ist zweifelsohne ein Fortschritt
in der Entwicklung der Produktivkräfte, weil das Handwerk
andernfalls gar nicht hätte entstehen können. Denn
brauchte die Naturalwirtschaft für die Erzeugung von Schuhwerk
ebenfalls soviel Arbeit, wie der Schuhmacher, so würde sie das
Schuhwerk auch selber verfertigen. Es erhellt daraus, daß das
Handwerk nur unter der Bedingung entstehen kann, daß es
erstens mit geringerem Arbeitsaufwand als die Naturalwirtschaften
die Produkte hersteilen kann, und daß zweitens die Naturalwirtschaften
imstande sind, mehr Lebensmittel, als sie selber unbedingt
brauchen, zu produzieren, um den Rest gegen die Erzeugnisse
des Handwerks austauschen zu können. Daraus folgt
aber wiederum, daß die Entstehung des Handwerks eine Neueinteilung
der Produktivkräfte in der Naturalwirtschaft mit sich
bringt.
Als Folge dieser Neueinteilung der Produktivkräfte in der
Naturalwirtschaft erscheint der enge Zusammenhang zwischen
der Entwicklung dieser Wirtschaft und der des Handwerks, was
gewöhnlich von denen übersehen wird, die von der Widerstandsfähigkeit
des Kleinbetriebes in der Landwirtschaft reden.
Mit der Entwicklung des Handwerks beginnt die früher isolierte
Wirtschaft einen immer größeren Teil ihrer Produkte zu