Full text: Die Theorie der Volkswirtschaft

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Sombart betrachtet sehr sorgsam die „Bestrebungen“ des 
Handwerks, als ob sich diese Bestrebungen von denen eines 
Bauern, eines Kustars oder eines Kapitalisten unterschieden. 
Durch die Analyse dieser „Bestrebungen“ sucht Sombart die Ent 
wicklung des Gewerbes zu erklären. Wie konnte aber dasselbe 
Bestreben nach einem „guten Auskommen“ (!) in dem einen Falle 
zur Herrschaft des Handelskapitals über das Handwerk führen, 
während in dem anderen — das Handwerk seine Selbständig 
keit bewahrt hat? 
VI. 
Auch zur Zeit der Handwerksproduktion und der Rayonwirt 
schaft findet ein intermunizipaler Handel statt, der auch die 
Grenzen des Rayons überschreitet. Dieser Handel spielte aber 
eine ganz geringe Rolle in der Rayonwirtschaft. Er beschränkte 
sich auf die Produkte, die aus irgend welchen Ursachen in der 
eigenen Wirtschaft nicht erzeugt werden konnten: auf Metalle, 
Salz, Pflanzen- und Tierprodukte aus Gebieten mit anderen kli 
matischen Verhältnissen usw. So entsteht der Handel als Folge 
der Verschiedenheit der Naturverhältnisse in einzelnen 
Gebieten und Ländern. Die Verarbeitung der Rohstoffe be 
findet sich aber in den Händen der Handwerker und nicht 
der Kustari. Erst mit der Zunahme ihrer Zahl beginnen 
die Handwerker für die Zwischenhändler zu arbeiten, und 
diese, die Handwerkererzeugnisse auszuführen, die auf dem 
lokalen Markt keinen Absatz finden. Ein Schmied kann für 
den lokalen Markt arbeiten, weil seine Produkte in größerem 
Maße von den Bauern gekauft werden. Dagegen muß ein sich 
spezialisierender Handwerker bald einen entfernteren Markt auf 
suchen, um Absatz für seine Erzeugnisse zu suchen. Daher ge 
langen solche Gegenstände wie Gewehre, Messer usw. sehr früh 
auf den entfernten Markt. Ebenso müssen die Erzeugnisse der 
Seiden- und Wollweber nach entfernten Märkten gebracht werden, 
die für die herrschenden Klassen arbeiten, da die Bauern sich 
selbst Kleider verfertigen. Andererseits beschränkten sich die 
Bäcker, Fleischer und Zimmerleute, die die Bedürfnisse der ein-
	        
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