Full text : Die Theorie der Volkswirtschaft

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gewöhnlich  dienten  sie  ihnen  bloß  zum  persönlichen  Genuß,  indem ­
  sie  in  unglaublichem  Luxus  schwelgten.  Ebensowenig  führten ­
  die  Plünderungen  der  Spanier  nach  der  Entdeckung  Amerikas
zur  Entstehung  einer  kapitalistischen  Produktionsweise.  Erst
wenn  der  „freie“  Produzent  ausgebeutet  werden  kann,  wenn
nicht  allein  die  Verbraucher  von  Luxusartikeln,  sondern  sämtliche ­
  Wirtschaften  in  den  Verkehr  hineingezogen  werden,  wird
der  Boden  für  diese  Produktionsweise  geschaffen.  Obgleich  die
Kapitalakkumulation  eine  der  Bedingungen  war,  die  die  Entwicklung ­
  des  Kapitalismus  förderten,  führte  sie  dennoch  nicht
unmittelbar  dazu.  Die  Sklavenwirtschaft  des  Altertums  und
der  griechisch-römischen  Welt  war  nicht  die  Vorläuferin  der
kapitalistischen  Wirtschaft:  beide  sind  aus  der  Gemeinde-  und
Gebietswirtschaft  entstanden.  Die  Sklavenwirtschaft  besaß  nicht
die  Elemente  für  die  Entwicklung  des  Kapitalismus  und  kann  auch
dessen  Entstehung  nicht  erklären.  Obgleich  sie  einen  bedeutenden ­
  Platz  in  der  Geschichte  der  Volkswirtschaft  einnimmt,
hat  sie  für  die  Theorie  der  kapitalistischen  Wirtschaftsentwicklung ­
  keine  besondere  Bedeutung,  da  der  Kapitalismus  nicht
aus  der  Oikenwirtschaft,  sondern  aus  der  Gemeindewirtschaft  entstanden ­
  ist.  Die  Wirtschaft  des  Altertums  bildet  auch  keine
Zwischenstufe  in  der  Entwicklung  von  der  Gemeinde-  zur  kapitalistischen ­
  Wirtschaft.  Sie  stellt  vielmehr  ein  abgeschlossenes  Ganzes
dar,  das  mit  der  Auflösung  der  Sklaverei  seinen  Abschluß  fand.
Daher  können  wir  auch  die  Entstehung  und  Bildung  des  Tauschwertes ­
  weder  im  Handel  des  Altertums,  noch  in  dem  des  Mittelalters ­
  suchen.
Im  Mittelalter  findet  aber  ein  zweifacher  Handel  statt:  ein
Monopolhandel,  der  sich  auf  die  Ausbeutung  des  Konsumenten,
auf  die  Ungleichheit  der  Tauschwerte  gründet,  der  aber  eine
relativ  unbedeutende  Rolle  in  der  Volkswirtschaft  spielte,  und
ein  Tauschverkehr  auf  Grundlage  des  Arbeitswertes.  Dieser
Tauschverkehr  existierte  bis  zur  Entwicklung  der  Kustarform
des  Gewerbes  nicht  in  der  Form  eines  Warentausches,  sondern
in  der  Form  eines  durch  die  Arbeitsteilung  innerhalb  der  Gemeinde ­
  hervorgerufenen  Austausches  von  Produkten.  Der
            
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