Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Abschn.  55.  Girokonto  des  römischen  Steuererhebers  und  Steuerpächters.  261

Konten  der  Nomarchensteuern  zu  einer  besonderen  Abteilung  zusammengefaßt. ­
  Diese  Abteilung,  d.  h,  die  Summe  der  Nomarchenkonten, ­
  heißt:  *0  vojLidpxou  Xóyoç’  (siehe  oben  S.  257)  oder  *ó  Thç
vojLiapxíaç  XÔTOç’b  Zahlt  man  irgend  eine  Art  von  Nomarchensteuer, ­
  so  zahlt  man  eîç  vopápxou  Xótov.  Immer  ist  dabei  zu
berücksichtigen,  daß  man  eigentlich  auf  dasjenige  Konto  zahlt,
welches  dem  zuständigen  Erheber  oder  Pächter  gehört,  und
welches  ein  Teil  des  großen  „Nomarchenkontos“  ist.  Auch  wenn
in  den  vorbezeichneten  Fällen  die  Staatskasse  die  Quittung  ausstellt, ­
  erfolgt  dennoch  die  Vereinnahmung  im  Girokonto  (Dienstkonto) ­
  des  Erhebers  oder  Pächters.
Jetzt  wird  es  möglich  sein,  eine  Urkunde  wie  P.  Teb.  II  580
(155  n.  Ohr.)  zu  erklären:
[’'EtouJç  ÖKTcuKaibeKttTOu  A[uTo]KpáTOp[oç  KaícrJapoçTÍTOu
A[iXí]ou  [Abpiajvoû  Avrujveívou  Zeßacrroü  Eùae[po]()ç,  Oa-)H€vùj9
  k0.  [rTé7TTu;(K€v)]  €Îç  Tfjv  èv  TTroXenaibi  Eùep-T€Tiôi
  Tpà7T(e2:av)  eiç  tôv  [  ]..ou  TTpÔKXou  vopap-[x(oo)
  Xô]tov  bià  AripriTpiou  xm  [Zaparrjiujvoç  ^paypa-T€UTd»v
  èvKuxXiou  Tecpopcrdiç  [  joOçeiuç  xai  'HpaxXâç
[  jgeuuç  Km  ’OpcievoOqpiç  [  JdiTOç  xai  Tecpo[p](Tmç  ’OpcreÛTOç
  oî  Ò  airò  Teßruveiug,  [úrrèjp  ò'  laépouç  oÍK[í(aç)]  K[aí]
aúX(fjç)  èv  Kuúpr)  Teßtuvi  dTopa(TT(oO)  [irapjà  'EppfjToç  xm
Taopcrevoúqpeujç  àp[{p]o[T(épuiv)]  "Hpiuvoç  [(laXávTmv)  ß]
(òpaxpújv)  u  (bpaxpàç)  éxuTÒv  éStíxovia,  [T(ívovTai)]  (òpaxpal)
  pE.  (2.  Hand)  [Zapjarríiuv  (T€crnp(eíiupat)  T[à]ç  Tp[0]
àpTup[ío]u  (òpaxpàç)  [p]E.
Vier  Leute  in  Tebtynis  haben  den  vierten  Teil  eines  ebendort
belogenen  Hauses  und  Hofes  von  den  Vorbesitzem  (Hermes  und
Taorsenuphis)  für  2  Talente  und  400  Drachmen  gekauft;  dafür
haben  sie  eine  Umsatzsteuer  von  160  Drachmen  zu  zahlen.  Die
Umsatzsteuer  ist,  wie  wiederholt  erwähnt,  eine  verpachtete  Steuer;
demgemäß  müßte  man  an  sich  erwarten,  daß  der  Pächter  über
die  160  Drachmen  quittiert,  oder  wenigstens  die  Staatskasse  im
Namen  des  Pächters.  Trotzdem  ist  der  Pächter  gar  nicht  erwähnt, ­
  die  160  Drachmen  werden  vielmehr  durch  zwei  irpaYpaTeuTai
des  Nomarchen  auf  das  bei  der  Staatskasse  bestehende  Generalkonto ­
  des  Nomarchen  vereinnahmt.  Es  steht  eben  das  Generalkonto ­
  kurzweg  an  Stelle  des  Einzelkontos,  d.  i.  an  Stelle  des  Kontos

'  z.  B.  BGU.  337,  25  (3.  Jahrh.  n.  Chr.).
            
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