Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn.  56.  Die  bioYpaqpn  des  röm.  Steuererhebers  und  Steuerpächters.  263

des  Nomarchen  ein  a(Txo\oú|u(evoç)  tò  èvKÚKXiov  t{o)û  ’Apcri(voí-Tou).
  Weitere  Beispiele  dafür,  daß  Steuern,  die  verpachtet  waren,
nicht  an  den  Pächter,  sondern  an  den  Vertreter  des  Nomarchen ­
  bezahlt  werden,  sind  BGU.  356  (213  n.  Ohr.)  ;  463  (148
n.  Chr.)  usw.
Man  darf  nun  nicht  erwarten,  daß  die  Umsatzsteuern  unter
allen  Umständen  an  die  Hülfsbeamten  des  Nomarchen  bezahlt
werden  müssen;  vielmehr  ist  auch  der  Fall  denkbar,  daß  ein
Zahlungspflichtiger  unmittelbar  an  die  Staatskasse  auf  das
Konto  des  Pächters  (Nomarchenkonto)  zahlt.  Ein  solcher  Fall  scheint
in  P.  Teb.  II  587  (zwischen  16  v.  Chr.  und  5  n.  Chr.)  vorzuliegen:
Tré7rruu(Kev)  èm  Tn(v)  [èv  TTTo]\(ejuaíòi)  EúepY(éTiòi)  ÒTmo(críav)  Tpá(TT€-Zav)
  Aujpíujvo(ç)  Tpa(TreZ:íTou)  napà  [’AKoucrJiXáou  ktX.  Akusilaos  ist
der  Steuerpflichtige,  der  Nomarch  oder  sein  Vertreter  wird  nicht
erwähnt.  Gezahlt  wird  die  Wertumsatzsteuer.
Abschnitt  56.
Die  òiaYpaqjp  des  römischen  Steuererhebers  und  Steuerpächters.
Wenn  der  Nomarchiebeamte  die  lose  Steuer  an  Stelle  des
Pächters  erhebt  und  daraufhin  die  Quittung  namens  der  Staatskasse ­
  erteilt  (siehe  oben  S.  262),  oder  wenn  der  Erheber  die  lose
Steuer  erhebt  und  eine  Quittung  der  Staatskasse  für  den
Steuerzahler  beschafft  (siehe  oben  S.  259),  so  geschieht  in  beiden
Fällen  die  Entgegennahme  der  Steuer  seitens  der  Staatskasse  nicht
ohne  weiteres,  sondern  jedesmal  —  getreu  dem  alten  Grundsätze  —
auf  Grund  einer  Kassenverfügung,  die  von  dem  zuständigen
Pächter  oder  Erheber  ausgehen  muß.  Gleichwie  nun  der
ptolemäische  Pächter  der  Wertumsatzsteuer  an  die  Staatskasse  eine
Kassenverfügung  (biaypacpfi)  schrieb  mit  dem  Schlagworte  òéHai
(siehe  8.  251),  so  tut  es  auch  der  römische  Pächter  der  Umsatzsteuer, ­
  z.  B.  in  P.  Oxy.  I  96  (180  n.  Chr.):
Aioïévnç  ó  (Tùv  dX(Xoiç)  èni  Tfj(ç)  èvKUKX[íou]  ku  (ëiouç)
‘Hpujôr]  Km  peTÔx(oiç)  brip(o(Tioiç)  TpaTT(eZ;iTaiç)  xaipeiv.
AéHa(j[0]e  irapà  Xmprijuovíòoç  AttoXXujvîou  toû  'HpaxXeibou
pTiT(pôç)  ’Apiiujvapiou  àu'  ’OSupÙY(xaJv)  7TÔX(eujç)  TéX(oç)
òoúX(ou)  TTXoutíuívoç,  ou  pYÓpaffev  napà  ’AíTKXnTnáòou
toû  K(ai)  ’Attîuüvoç  ’Attîujvoç  toû  AcíKXpmábou  |uriT(pòç)  ’AaKXeTupiou
  ©éiuvoç  ànà  Trig  a(ÛTnç)  TrôX(eujç)  ôià  toû  èv  Tf)
a(ÔTfi)  TTÔXei  àYopavo|ueio(u)  tlù  èveô‘T(ùjTi)  jupvi  A0úp,  (òpax-
            
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