Abschn. 10. Der römische ctitoXótoç.
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zur Festigung der neuen Herrschaft mit kaiserlichen Freigelassenen
besetzte.
Während jener Akusilaos gemäß den drei Londoner Ur
kunden II 256 von 11 bis 15 n. Ohr. allein den Vorstand bildete,
wie es in ptolemäischer Zeit meistens der Fall war (siehe oben
S. 45), ñnden wir unmittelbar darnach ^ und in der späteren Zeit
die (TiToXÓToi gewöhnlich2 als Kollegium^ Die Kopfzahl eines
Kollegiums scheint sehr zu schwanken, auch lassen die Urkunden
über die Kopfzahl nur unsichere Schlüsse zu. So lautet z. B. BGU.835,
ein Speicherbericht an den (TTparriTÓç vom Tybi des Jahres 25 (217
n. Chr.): irapd Aüpri\iuu[v] AoTT€Í[vo]u toO kuI Ziocríjiiou Aeuuvíòou
Ka[i] Ap7Tá[\ou ZJapamoüvoç Kai "Hpujvoç KoTrpnroç T cuy ÿ Kai tcùv
XoiTTcùv criToXÔY(cuv) Kuù|UTiç Kapavíòoç. Einige Monate später (wahr
scheinlich Phamenoth) lautet der Bericht desselben Kollegiums aus
demselben Dorfe (BGU. 64): napa AùprjXicuv Aottívou toO Kai Zcucrípou
Aecuvíòou Kai 'ApnáXou Zapanicuvoç Kai "Hpcuv<oç> KonpfjTOç Kai
'Qpícuv<oç> Mápcuvoç tújv ò Kai tújv Xoi(ttújv) (yiToX(ÓTcuv) KÚj(|Liriç)
Kapavíòoç. Hier bestand also das Kollegium aus mindestens sechs
Köpfen.
Die kollegialische Verfassung ist eine Schöpfung des
Tiberius^.
Eine zweite Änderung in der Organisation der (TitoXótoi,
die von Tiberius oder seinen Nachfolgern durchgeführt wurde,
besteht in der Umwandlung aus nicht liturgischen Staatsbeamten
in liturgische Staatsbeamte. Wann diese Umwandlung geschah,
wissen wir nicht. Die Liturgie“ ist bezeugt durch P. Lond. III,
S. 113 Nr. 1159, 36 ff. (um 145 n. Chr.), BOU. 188, 6 (186 n. Chr.),
» P. Oxy. II 287 (23 n. Chr.) ; 384 (25 n. Chr.) ; 383 (27 n. Chr.) ; 276 (77
n. Chr.), sämtlich für den Oxyrhynchites. Für das Faijum : P. Lond. II S. 89
Nr. 290,10 (85 n. Chr.); P. Fay. 110, 21 (94 n. Chr.); 246 (um 100 n. Chr.) usw.
* P. Lond. III S. 121 f. Nr. 1213—1215 (um 66 n. Chr.) sind Zahlungs
anweisungen an den Staatsspeicher mit der Adresse: Mtitókuji uitoXótuji
Xa(íp€iv). Hier scheint nur ein einzelner aiToXóyoç an der Spitze zu stehen.
Gemischte Verhältnisse findet man in P. Oxy. III 515 (134 n. Chr.) : Xaipt)(|Liovi)
Koi TTa7ro(vT0)Ti) aiToX(ÓYOiç) |V\ovíp(ou) tóit(ujv) kuI 'HpaKX(eíbi3) öi(to-
Xôyip) ZiyyK(e(pâ) tóu(ujv) ko! Aiovu(aiuj) Yevo|Li(éviu) Me|ui( ) TÔTr(ujv). Wahr
scheinlich ist hinter Yevo|Li(évuj) zu ergänzen: uitoXóyiu. Auch nach P. Oxy. HI
517,6 (130 n. Chr.) ist in ZiYxeqpa xóiroí nur ein einzelner uitoXóyoç vorhanden.
^ vgl. Wilcken, Ostraka I S. 660.
* Das früheste Beispiel ist P. Oxy. II 287 vom Jahre 23 n. Chr. Aus den
folgenden Jahren stammen P. Oxy. II 384 u. 383.
® vgl. Wilcken, Ostraka I S. 660.