Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil I. Staatsspeicher, Staatskassen und Banken. 
manne im Faijum leichter gewesen sein, den Staatsspeicher zu 
benutzen, als den Landleuten der übrigen Gaue in Mittel- und 
Oberägypten, weil nirgendwo, soweit wir die Verhältnisse der Gaue 
kennen 1, die Staatsspeicher so dicht beieinander liegen, wie im 
Faijum; die Erleichterung besteht darin, daß der Weg vom Acker 
oder von der Dorftenne bis zum nächsten Staatsspeicher im Faijum 
fast immer sehr kurz ist. Dieser Umstand muß auch für die örtliche 
Entwickelung des Getreide-Girowesens nicht belanglos gewesen sein. 
Abschnitt 11. 
Die Beamtenschaft des Staatsspeichers. 
Der Verwaltungsdienst des Staatsspeichers zerfällt in Büro 
dienst und Betriebsdienst Der Bürodienst wird von den Tpap- 
paieîç criToXÓTUJV wahrgenommen. Die Zahl der TpaMpotTéîç inner 
halb eines Speicherbüros richtet sich nach dem Umfange der Ge 
schäfte. Im Speicherbüro des Dorfes Neilupolis (Faijum) wirken um 
199 n. Chr. drei TpaWiUTeîç*. 
Die Speicherbescheinigungen (vgl. Abschn. 30) werden 
in der Regel von einem der (TiioXófoi eigenhändig voll 
zogen; es geschieht das in der Weise, daß der íTitoXótoç unter 
den vom Schreiber ausgeschriebenen Körper der Urkunde seinen 
Sichtvermerk setzt Mit dem Sichtvermerke übernimmt der ctito- 
XÓTOÇ die Verantwortung für die Richtigkeit Der Sichtvermerk 
hat nach Ort und Zeit eine etwas verschiedenartige Form, z. B. in 
ptolemäischer Zeit (Theben): ó òeíva ctitoXótoç^ (also bloßer Name 
ohne Zeitwort) oder ó òeíva pepÉTpnpai nupoO dpiaßa? in 
römischer Zeit (Oxyrhynchos): ó òeíva UixoXóxoç creur|petin¡uar oder 
ó òeíva (TiToXÓYoç (TeanpeiiuiLiai tòç toö Trupoû dpiaßag x*; im Faijum 
Z. B. ó òeíva pepéipripai KaOiùç TrpÓKeiiaU oder ó òeíva pepéTpnpai xàç 
dpxdßag® oder ó òeíva pepérpripai aíxou dpxdßag x ibç TrpÓKeixai® usw. 
‘ Über die landwirtschaftlichen Verhältnisse des Deltas ist uns fast 
nichts bekannt. 
* BGU. 67. 
3 Ostr. II 734 (139 v. Chr.). 
* Ostr. II 1350 (um 145 v. Chr.). 
® P. Oxy. I 90 (um 180 n. Chr.). 
* P. Oxy. III 518 (um 180 n. Chr.). 
7 BGU. 61 (200 n. Chr.). 
8 P. Amh. II120 (204 n. Chr.). 
» P. Teb. II 367 (210 n. Chr.).
	        
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